Oldenburg - An der Universität Oldenburg findet vom 24. bis 27. September die 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie (Stimmheilung) und Pädaudiologie (kindliche Hörstörungen), kurz DGPP, statt. Dabei treffen sich 300 Fachärzte für Stimm-, Sprach- und kindliche Hörstörungen sowie Ärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Hinzu kommen Gäste aus den Gebieten Neurowissenschaften, Physik, Logopädie, Psychologie und Pädagogik.

„Oldenburg hat sich aufgrund seiner wissenschaftlichen Exzellenz auf dem Gebiet des Hörens hohe Wertschätzung und internationale Sichtbarkeit erworben und ist deshalb als Tagungsort für uns prädestiniert“, sagte DGPP-Präsident Prof. Dr. Rainer Schönweiler (Lübeck).

Die Hauptthemen der Tagung zielen auf aktuelle wissenschaftliche und klinische Brennpunkte des Fachgebietes. Einer dieser Schwerpunkte ist die der Kinderaudiometrie. Mit Audiometrie werden Verfahren bezeichnet, die Eigenschaften und Parameter des Gehörs vermessen. Sie dienen der Diagnose von Erkrankungen der Hörorgane und zur Erforschung dieser Organe. „Auf diesem Gebiet haben Oldenburger Forscher in den vergangenen Jahren innovative Impulse gegeben“, lobte Schönweller.

Schwerhörigkeit ist laut Dr. Götz Schade (Uniklinikum Bonn) eine Volkskrankheit, von der in Deutschland 13 bis 15 Millionen Menschen betroffen sind. „Kindliche Schwerhörigkeiten sind mit fast zwei von 1000 Neugeborenen die häufigste angeborene sensorische Störung. Mit der Einführung des Neugeborenen-Hörscreenings ist es möglich, die Schwerhörigkeit mit verlässlichen Untersuchungsmethoden exakt zu diagnostizieren. Nächster Schritt ist dann, die Kinder mit Hörgeräten oder Implantaten zu versorgen“, so Tagungspräsident Dr. Rüdiger Schönfeld, Chefarzt in der Universitätsklinik für HNO-Heilkunde des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg.

Am „Evangelischen“ in Oldenburg gibt es ein Zentrum für Diagnostik und Therapie. Das Hörzentrum wiederum bündelt die in Oldenburg einzigartige Konstellation von universitärer, klinischer („Evangelisches“) und praktischer Kompetenz auf dem Gebiet der Hörstörungen und ihrer apparativen Kompensation. Zu den Leistungen zählen medizinische und audiologische Versorgung, Forschung und Entwicklung sowie Hörgeräte-Studien.