Wardenburg/Oldenburg - Am Ende brauchten die Helfer selbst Unterstützung. Weil die Rumänien-Hilfe Oldenburg-Rastede im 19. Jahr ihres Bestehens das dringend benötigte Lager in Osternburg (Oldenburg) nach einer Kündigung räumen musste, wird nun Wardenburg zum neuen Ausgangspunkt ihrer Hilfstransporte.

Die Tungeler Firma Schütte Fahrzeugbau hat 200 m² ihrer Halle im Gewerbegebiet Südost, Westerburger Weg 40, an den gemeinnützigen Verein abgetreten. „Für uns ist das eine große Hilfe“, freut sich Schriftführerin Andrea Oeltjebruns. Einmal im Monat schickt die 1993 von Inge und Dieter Reckow gegründete Rumänien-Hilfe einen 40-Tonner voller Kleider, Spielzeug, Hygienemittel, Bettwäsche, Lebensmittelkonserven und vielem mehr nach Satu Mare an die dort arbeitende Caritas.

In und um Satu Mare leben mehr als eine Million Menschen, viele unter der Armutsgrenze. Sie sind Rumänen, Ungarn, Roma und Deutsche. Ebenso unterschiedlich wie ihre ethnische ist die religiöse Zugehörigkeit. Die Caritas unterstütze alle Gruppen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihres Glaubens, betont der Verein.

Genauso wie der Verein nach einem Besuch Dieter Reckows in Rumänien gegründet worden ist, sind auch die Tungelerin Andrea und ihr Mann Holger Oeltjebruns durch persönliches Erleben des Elends in dem osteuropäischen Land zum Helfen bewogen worden. „In Satu Mare und anderen Städten stehen Ruinen – Häuser ohne Fenster – dort drin wohnen Menschen! Jedem Sozialhilfeempfänger in Deutschland geht es im Vergleich dazu noch goldig“, beschreibt das Vorstandsmitglied ihre Eindrücke.

Der politische Machtkampf und die wegen extremer Trockenheit schlechte Ernte haben die Lebenssituation der meisten Bevölkerungsschichten weiter verschärft. Der Hilfsverein erwartet bis zum Jahresende eine wesentliche Erhöhung der Grundlebensmittelpreise. „Wir brauchen weiterhin Sach- und Geldspenden als auch ehrenamtliche Helfer“, sagt Oeltjebruns.

Sozialküchen und Behinderteneinrichtungen, die die Versorgung der Menschen verbessern. Junge Sinti und Roma, die eine Chance auf Bildung bekommen haben und jetzt studieren. Es sind Erfolgsgeschichten wie diese, die sie und die anderen Helfer des Vereins immer wieder motivieren, weiter zu machen.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten