Varel - Die Region um den Jadebusen bekommt bei Studierenden, Studienbewerbern und Personalchefs die Note 3,2. Dabei schneiden Friesland, die Wesermarsch und Wittmund etwas besser ab als die Stadt Wilhelmshaven, die zwischen 3,4 (Studienbewerber), 3,8 (Studenten) und 4,3 (Personalchefs) bewertet wird. Diese Zahlen nennt eine Studie zur Attraktivitätssteigerung des regionalen Arbeitsmarkts, die von zwei Wirtschaftswissenschaftlern der Jade-Hochschule, Prof. Dr. Stephan Kull und Dr. Gerd Hilligweg, erarbeitet wurde.

Angesichts des demografischen Wandels sei es wichtig, qualifizierte Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen, stellten die beiden Hochschullehrer ihre Studie am Donnerstag vor Vertretern der Wirtschaft in Wilhelmshaven vor. Als Vorzüge der Region empfinden die Befragten die Jade-Hochschule, den Jade-Weser-Port, auch die Landschaft und die Nähe zum Meer. Negativ werden hohe Arbeitslosigkeit und schlechtes Image (in Wilhelmshaven), Randlage und mangelnde Verkehrsanbindung (in den umliegenden Landkreisen der Jade-Bay-Region ) empfunden.

Aus einer Stärken-Schwäche-Analyse und dem Vergleich mit Regionen, die den Strukturwandel erfolgreich gemeistert haben, raten die Experten dazu, die Magnetbranchen zu stärken, und bei der Vermarktung der Region die unterschiedliche Außendarstellung zu vereinheitlichen und „mit einer Sprache zu sprechen“. Wilhelmshaven sei zum Beispiel „die Energiedrehscheibe Deutschlands, darauf müssen wir stolz sein“, so Hilligweg. Die Jade-Hochschule selbst biete mit 4000 Studierenden, davon 1500 am Fachbereich Wirtschaft, potenzielle Fachkräfte für die Wirtschaft. Das Studium der Zukunft sei das duale Studium, so die Experten.