Hof/Bad Zwischenahn - Ein früherer Geschäftsführer der Textilkette NKD ist wegen Untreue zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Die Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Hof sah es als erwiesen an, dass Michael K. mit fingierten Rechnungen 3,7 Millionen Euro veruntreute.
Der 38-Jährige, der zeitweilig im Ammerland verwurzelt war, und seine Anwälte hatten in dem Verfahren dagegen erklärt, mit dem Geld seien geheime Preis- und Brancheninformationen bezahlt worden. Keiner der befragten Zeugen habe jedoch Kenntnis von diesen angeblichen Informationen gehabt, sagte der Vorsitzende Richter Siegberg Übelmesser in seiner Urteilsbegründung am Dienstag.
Das Urteil fiel am 61. Verhandlungstag. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Die Anwälte kündigten Revision gegen das Urteil an.
Der Ex-Manager steht in Kürze wieder vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchte Anstiftung zur Geiselnahme und zum Mord vor. Hintergrund sind Vorwürfe, der Mann habe aus der Untersuchungshaft heraus die Entführung eines Richters geplant und zwei Mitgefangene damit beauftragt.
