Petersdorf/Lutz - Die beiden schweren Unfälle auf der Hauptstraße zwischen Petersdorf und der Ortschaft Lutz in den vergangenen Tagen – die NWZ  berichtete – machen Christian Herzig zu schaffen – vor allem der Unfall, bei dem ein elfjähriger Junge von einem Transporter erfasst worden war. „Es muss hier etwas passieren“, sagte der Anwohner der Straße Lutzweg gegenüber der NWZ. 

Zu viel sei an der Straße schon passiert. Wie zum Beweis steht an der Bushaltestelle an der Hauptstraße kurz vor der Einmündung an die Straße „An der Vehne“ ein metallenes Straßenkreuz, das an einen Verkehrstoten erinnert.

Christian Herzig kämpft für mehr Sicherheit vor allem für die Busschüler. Denn viele der elf Busschüler aus dem Ortsteil Lutz müssen die viel und häufig zu schnell befahrene Hauptstraße überqueren. Dabei geht es ihm nicht um eine spezielle Haltestelle. Christian Herzig möchte Verbesserungen im Bereich von Bushaltestellen entlang der gesamtem K 149 auf dem Kreisgebiet erreichen.

Zum einen fordert Herzig Verkehrsschilder, die auf den Schulbusverkehr hinweisen, an den Bushaltestellen. Und auch 70er Zonen sollten jeweils in diesen Bereichen gelten. Bislang gelten auf der gesamten Strecke bis an die Kreisgrenze durchgängig 100 Stundenkilometer. „Das hier ist ein Unfallschwerpunkt“, meint Christian Herzig.

Das sieht die Verkehrs-/ Unfallkommission des Landkreises Cloppenburg indes anders. „Die Hauptstraße in Petersdorf ist weder ein Unfallschwerpunkt noch eine Unfallhäufungslinie“, teilte Frank Beumker, Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg, auf Nachfrage der NWZ  mit. Die Kommission habe sich bereits mit den beiden schweren Verkehrsunfällen befasst. Am 11. Juni wird sich die Kommission die Situation vor Ort ansehen und über eventuellen Handlungsbedarf beraten, teilte Kreissprecher Beumker weiter mit.


Der Verkehrsunfall, bei dem am Dienstag ein elfjähriger Junge schwer verletzt worden war, sei, so der Landkreis Cloppenburg, höchstwahrscheinlich durch nicht angepasste Geschwindigkeit erfolgt. Gleichwohl will der Landkreis überprüfen, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Bereich der Bushaltestellen eingerichtet werden kann. Bei der Bewertung müssen laut Kreissprecher Beumker aber auch Vorschriften sowie das Unfallgeschehen berücksichtigt werden.

Skeptisch ist der Landkreis, wenn es darum geht, Verkehrsschilder aufzustellen, die auf den Schulbusverkehr hinweisen. Es handele sich nicht um eine reine Schulbushaltestelle, auch die Busse des regulären Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) würden dort halten. Der Landkreis verweist auf die geltende Straßenverkehrsordnung, nach der ein stehender Bus aus jeder Fahrtrichtung nur mit Schrittgeschwindigkeit passiert werden darf. Bei der Anfahrt zu einer Haltestelle dürfe ein Bus schon nicht mehr überholt werden.

Warum könnten Busse nicht – wie an anderen Bushaltestellen auch – auf der Fahrbahn und nicht in Haltebuchten stoppen?, regt Christian Herzig an. Diese so genannten Bushaltestellen mit Kapstein könnten grundsätzlich auch außerorts angelegt werden, so die Antwort der Kreisverwaltung, die Untere Verkehrsbehörde ist. Berücksichtigt werden müssten aber Faktoren wie etwa die Verkehrsbelastung. Voraussetzung dafür wäre jedoch eine Geschwindigkeitsbeschränkung, denn ein Kapstein im 100 km/h-Bereich sei nicht zulässig.

„Keine besondere Gefährdung“ sieht der Landkreis in der bloßen Tatsache, dass der Standort der Haltestellen an der viel gefahrenen Kreisstraße liegt. Und Kindern ab der fünften Klasse, die nach der achten Stunde den Bus nehmen, sei es zuzumuten, die Kreisstraße zu überqueren.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)