Cloppenburg - Kaufmännische Berufe sind bei den Schulabgängern in diesem Jahr einmal mehr sehr beliebt. Das berichteten am Donnerstag bei einem Pressegespräch Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in Cloppenburg. Derzeit sind 814 Bewerber für Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter für den Landkreis Cloppenburg gemeldet. Dem stehen 851 freie Ausbildungsstellen in 112 verschiedenen Berufen gegenüber.
Regelmäßig finden in Vechta, Cloppenburg und Friesoythe Ausbildungsplatzbörsen statt. So auch am Donnerstag in Cloppenburg. „Ich weiß noch gar nicht, was ich werden will“, sagte eine Realschülerin aus der zehnten Klasse, die in Begleitung ihrer Eltern nach Cloppenburg gekommen war. Ähnlich äußerten sich auch viele andere Schülerinnen und Schüler.
Mehr als 100 Besucher waren in die Arbeitsagentur gekommen. Die Berufsberatung führte rund 80 individuelle Gespräche mit Jugendlichen und Eltern. An die 20 Mitarbeiter der Arbeitsagentur waren speziell für die Ausbildungsplatzbörse im Einsatz.
Nach wie vor gibt es im Landkreis Cloppenburg einen Facharbeitermangel. Denn: Viele Schulabgänger besuchen eine weitere Schule. Der einfache Grund: „Je höher die Bildung, desto höher auch das Einkommen“, sagte Rainer Hoppe, Berater für akademische Berufe.
Berufsberater Rolf Kramer sprach auch den Lehrstellenbewerbern mit nicht gerade guten Zeugnissen Mut zu. „Es geht nicht nur um gute Noten. Es geht um Menschen. Grundsätzlich können sich immer Eltern mit ihren Kindern bei uns melden.“
Für Kramer spielen die so genannten Kopfnoten, wie Arbeits- und Sozialverhalten, eine große Rolle. „Für die Betriebe wird der Fachkräftedruck immer größer“, ergänzte Sven Büssing, Teamleiter Arbeitgeberservice.
So lange es noch massive Lohnunterschiede gibt, wird es schwer werden, die Auszubildenden in der Region zu halten. „Es wird einfach bei anderen Betrieben mehr Geld geboten“, stellte Frank Halbsguth, Pressesprecher der Agentur für Arbeit, fest.
Nicht nur das Lohnniveau müsse angehoben werden, sondern auch die Rahmenbedingungen für Weiter- und Fortbildung müssten vorhanden sein. Neben den kaufmännischen Ausbildungsberufen ist die Ausbildung als medizinische Fachangestellte sehr gefragt. Weiter folgen Ausbildungen als Kfz-Mechatroniker und im Metallbereich. Am unteren Ende rangieren Ausbildungen im Sanitärbereich sowie als Bäckerei- und Fleischfachverkäufer.
