Friesland - Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechtes benachteiligt werden. So steht es in Artikel 3, Absatz 2 und 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Die Gleichberechtigung gilt also auch für Beschäftigungsverhältnisse und den Arbeitsmarkt. Aber wie sieht das im Landkreis Friesland aus?
Im Juni 2014 arbeiteten 8450 Personen in Teilzeitbeschäftigung. Das waren gut 31 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigen im Kreis. Von den 8450 Teilzeitbeschäftigten waren 7174 Frauen – also knapp 85 Prozent.
Dagegen arbeiten 18 484 Personen in Vollzeit, davon 12 438 Männer (67,3 Prozent) und 6046 Frauen (32,7 Prozent). „Der Teilzeit- und Niedriglohnsektor auch im Landkreis ist überwiegend weiblich“, meint Frieslands Gleichstellungsbeauftragte Elke Rohlfs-Jakob.
Grund dafür sei zumeist, dass die Betreuung der Kinder immer noch überwiegend in Frauenhand liegt. Hinzu komme oft die Pflege von Angehörigen. „Und wer in diesem Zeitraum weniger arbeitet, der kann viel stärker von Altersarmut betroffen sein“, sagt sie.
In Friesland beziehen 853 Menschen die so genannte „Grundsicherung im Alter“ (Stand Dezember 2014), die gezahlt wird, wenn die Rente nicht zum Leben ausreicht. „Die Zahl der Leistungsbezieher steigt kontinuierlich und wird auch mindestens bis in die 2040er Jahre weiter steigen. Unsere Statistik differenziert aber nicht nach Männern und Frauen“, so Kreissprecher Sönke Klug. Der Kreis schätzt zudem, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt, weil nicht alle Menschen, die berechtigt sind, auch einen entsprechenden Antrag stellen.
Gut 48,1 Prozent der Arbeitslosengeld-II-Bezieher waren 2013 weiblich. Die Arbeitslosenquote bezogen auf Frauen lag bei 3,9 Prozent.
Besondere Fördernotwendigkeiten erkannte das Jobcenter für Berufsrückkehrerinnen und Alleinerziehende. Der Anteil von Frauen an den Alleinerziehenden lag 2013 bei 93,8 Prozent. Für Alleinerziehende sei eine verlässliche Kinderbetreuung ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Vermittlung, so das Jobcenter. Ohne die sei es Alleinerziehenden kaum möglich, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.
Das Jobcenter Friesland kooperiert bei der Kinderbetreuung mit dem Familien-Kinder-Servicebüro. „Daher konnten wir 2013 bei Alleinerziehenden eine Integrationsquote von 23,1 Prozent erzielen“, so Klug.
