Fedderwardersiel - Warmer Regen für das Museum in Fedderwardersiel: Das Nationalpark-Haus erhält von der Niedersächsischen Wattenmeerstiftung 90 000 Euro. Die gute Nachricht überbrachte Anja Piel, Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die am Dienstag im Rahmen ihrer Sommertour in der Gemeinde Butjadingen unterwegs war.

Das Nationalpark-Haus schmiedet schon lange Pläne, um seine Dauerausstellung zeitgemäß umgestalten und sie zudem barrierefrei zugänglich machen zu können. Für die Finanzierung hatten die beiden Hausleiterinnen Friederike Ehn und Dr. Anika Seyfferth bei der Wattenmeerstiftung einen entsprechenden Antrag gestellt, den Beirat und Kuratorium jetzt bewilligt hätten, berichtete Anja Piel.

In der künftigen Dauerausstellung sollen die Bereiche Natur und Kultur besser miteinander verzahnt werden. Zudem ist Barrierefreiheit ein wichtiges Thema für das Museum. Die Dauerausstellung erstreckt sich über zwei Etagen. Die ins Obergeschoss führende Treppen ist eine große Hürde für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen und für Mütter mit Kinderwagen.

Wie Barrierefreiheit hergestellt werden soll, ist noch offen. Der Trägerverein habe sich inzwischen gegen den ursprünglich angedachten großen, 3 Millionen Euro teuren Anbau entscheiden, so Friederike Ehn. Denkbar sei nun ein kleiner Anbau oder der Einbau eines Fahrstuhls. Ein Wort mitzureden habe in dieser Frage auch die Gemeinde, betonte Bürgermeisterin Ina Korter, die Anja Piel zusammen mit dem grünen Landtagsabgeordneten Hans-Joachim Janßen aus der Gemeinde Jade sowie dem Kreisvorstandsmitglied Dragos Pancescu aus Brake bei der Butjadingen-Tour begleitete.

In fünf Jahren soll die Umgestaltung der Dauerausstellung abgeschlossen sein, so der Zeitplan von Friederike Ehn. Mit den 90 000 Euro von der Wattenmeerstiftung wird es dabei aber längst nicht getan sein. Die Leiterin hofft auf zusätzliche Mittel aus dem EU-Förderprogramm EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung).


Unterdessen wollen sich Anja Piel und Hans-Joachim Janßen dafür einsetzen, dass das Nationalpark-Haus auch künftig Geld vom Land für die Finanzierung seiner hauptamtlichen Mitarbeiterinnen erhält und diese Mittel eventuell sogar noch aufgestockt werden. Die Mittelzuweisung läuft nach dem derzeitigen Stand Ende 2016 aus.

Doch das Museum benötige Planungssicherheit, um seine Bildungsarbeit kontinuierlich und weiterhin auf hohem Niveau fortsetzen zu können, so die Grünen. Die Hauptamtlichen sind die beiden Leiterinnen, die sich eine Stelle teilen, sowie eine mit einer halben Stelle beschäftigte Verwaltungskraft.