Dötlingen - Beim Öffnen des Kühlschranks ist die Fülle oft nicht zu übersehen. Doch beim näheren Betrachten ist das Verfallsdatum bisweilen abgelaufen oder das Produkt verdorben. Das Lebensmittel wird weggeworfen. Zu Beginn des Jahres hat eine Studie der Universität Stuttgart dieses Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden. Der Landfrauenverein Wildeshausen-Dötlingen griff es bei seiner Frühstücksveranstaltung im Schützenhof Dötlingen auf. Marlies Hollmann vom Vorstandsteam begrüßte dazu rund 100 Landfrauen. Als Referentin zeigte Gudrun Göppert von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter der Überschrift „Lebensmittel auf den Müll – muss das sein?“ den verantwortungsvollen Umgang mit Nahrungsmitteln auf.
„Rund 61 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle in Deutschland fallen in Privathaushalten an. Damit wirft statistisch gesehen jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm an Nahrungsmittel weg“, skizzierte Göppert eindringlich. Besonders hoch sei der Anteil weggeworfener Lebensmittel bei frischen Produkten. Spitzenreiter stelle das Gemüse mit 26 Prozent gefolgt von Obst (18 %), und den Backwaren (16 %) dar. Speisereste schlagen mit zwölf Prozent zu Buche. Bei den tierischen Lebensmitteln stehen Milchprodukte vor Fleisch und Fisch.
Überfluss und eine sinkende Wertschätzung vor allem bei der jüngeren Generation seien zu beobachten. Gründe für das Wegwerfen seien häufig das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). „Oft ist das Lebensmittel aber noch genießbar.“
Dieser Umgang mit Lebensmittel schade der Umwelt und sei teuer. Göppert: „In der Summe sind es Waren im Wert von 940 Euro für einen Vier-Personen-Haushalt.“ Sie nannte als wichtige Ansatzpunkte gegen die Verschwendung die Planung des richtigen Einkaufes, der Lagerung und der Resteverwertung. „Vorteilhaft ist es, nicht mit leerem Magen einkaufen zu gehen.“ Und wenn nach einer Feier doch etwas übrig bleibt, sollte vorab Platz in der Tiefkühltruhe geschaffen werden. „Mit etwas Kreativität lassen sich neue Gerichte gestalten.“ Fazit der Referentin: „Ein Umdenken entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Erzeuger über Handel, Industrie, Gastronomie bis zum Verbraucher, ist erforderlich.“
