Im Nordwesten - Der sechsspurige Ausbau der Autobahn 1 zwischen Nordrhein-Westfalen (Osnabrück-Hafen/gehört noch zu NRW) und Hamburg weist in Niedersachsen noch drei Lücken auf. Zwischen den Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Neuenkirchen/Vörden /Strecke von 18,6 Kilometern, zwischen Neuenkirchen/Vörden bis Bramsche (10,5 Kilometer) sowie zwischen Ahlhorner Heide und Bremen/Stuhr. Diese sollen in den nächsten Jahren geschlossen werden.
„In den beiden Abschnitten Richtung Süden befinden wir uns in der Planfeststellung. Für die Strecke zwischen Lohne/Dinklage und Neuenkirchen/Vörden sind wir mittlerweile so weit, dass wir auf den Planfeststellungsbeschluss warten. Wir rechnen mit diesem Beschluss in den nächsten Wochen“,sagt Cord Lüesse vom regionalen Geschäftsbereich Osnabrück der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Doch dann kann es noch nicht losgehen mit den Arbeiten. Die Behörde muss die sogenannte Unanfechtbarkeit dieses Beschlusses abwarten, denn es gibt die Möglichkeit für Menschen, die Einwände dagegen haben, diese geltend zu machen. Es bleibt dabei eine Frist von vier Wochen, um eine Klage einzureichen. Ist dann die Rechtslage geklärt (das dauert mindestens zwei Monate), kann der Bau vorangetrieben werden. Aber die Maßnahme muss anschließend in den Haushaltsplan des Bundes (Straßenbauplan) aufgenommen werden.
„Wir gehen davon aus, dass wir mit den ersten Arbeiten in 2015 beginnen können“, so Cord Lüesse.
Für den Abschnitt zwischen Neuenkirchen/Vörden bis Bramsche (10,5 Kilometer) gibt es noch keinen Erörterungstermin, er soll aber noch in diesem Jahr stattfinden. Wenn das Planungsrecht es her- und der Bund die Mittel freigibt, könne man, so Cord Lüesse weiter, die beiden Abschnitte nacheinander bauen – es gehe theoretisch aber auch, parallel von Nord nach Süd zu bauen. „So weit sind wir aber noch nicht“, betont Lüesse.
Für den ersten, längeren Abschnitt (18,6 Kilometer werden mindestens vier Jahre Bauzeit veranschlagt, so Lüesse, „ es können aber auch fünf Jahre sein“. Der kürzere Abschnitt zwischen Neuenkirchen/Vörden bis Bramsche (10,5 Kilometer) würde zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. „Es hängt aber alles davon ab, wann die Finanzmittel zur Verfügung stehen“, erklärt Lüesse.
Noch Zukunftsmusik ist der sechsspurige Ausbau der Autobahn 1 zwischen den Autobahndreiecken Stuhr und Ahlhorner Heide auf einer Länge von 35 Kilometern. „Dafür haben wir noch gar keinen Planungsauftrag“, so Theodor Bley, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Oldenburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Hintergrund: Diese Strecke ist im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen beziehungsweise im Bundesverkehrswegeplan zur Zeit nur als „weiterer Bedarf“ enthalten. „Das heißt aber nur, dass der Bedarf zwar anerkannt ist, aber dafür gibt es derzeit keine planerischen Leistungen.“, erklärt Bley. Zurzeit liefen die Arbeiten für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes. Diese Fortschreibung soll 2015 erfolgen. „Erst dann wird man sehen, wie der Abschnitt zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr eingestuft wird.
Bliebe es auch 2015 nur bei der Einstufung „weiterer Bedarf“, dann wird erst einmal lange nichts passieren. „Dazu müsste eben eine höhere Einstufung in den vordringlichen Bedarf erfolgen. Erst dann dürfen die Baumaßnahmen geplant werden“, betont Theodor Bley. Zumindest im Abschnitt zwischen Stuhr und Ahlhorner Heide bleibt es wohl zunächst bei vier Fahrspuren.
