Toulouse - Airbus zieht angesichts der Pannenserie beim Militär-Transportflugzeug A 400M die Reißleine. Der Chef des Militärflugzeuggeschäfts wird ausgewechselt und das Projekt gestrafft. Konzernchef Tom Enders hatte Fehler eingeräumt und Konsequenzen angekündigt. Das A400M-Debakel bereitet Airbus seit Jahren Probleme. Die Bundeswehr hatte erst im Dezember nach jahrelanger Verzögerung ihren ersten Militärtransporter erhalten, für den das Verteidigungsministerium 161 Mängel auflistet.

Zu den Konsequenzen zählt, dass die zentrale Qualitätssicherung der Rüstungssparte Defence & Space (D&S) eng an den industriellen Teil des A400M-Programms gekoppelt werden soll. Eine neue Abteilung soll den schnellen und direkten Kontakt zu den Kunden des Fliegers sicherstellen, wie Airbus D&S am Donnerstag mitteilte.

Erst am Mittwoch hatte sich Enders für die Pannen entschuldigt. Personelle Folgen gibt es an der Spitze von Airbus Military. Der bisherige Chef, Domingo Ureña-Raso, gibt seinen Posten auf und wird andere Aufgaben bei Airbus übernehmen. Nachfolger wird Fernando Alonso, der bei Airbus bisher für die Testflug-Programme der zivilen Flugzeugsparte verantwortlich ist.