ABBEHAUSEN - Um Unterhaltung, Erhaltung sowie den Neubau von Wirtschaftswegen kümmert sich in der Gemeinde Schiffdorf bereits seit fünf Jahren der Wírtschaftswegeverband Wesermünde. Bei der Jahreshauptversammlung des Ortslandvolkvereins Abbehausen in der Bahnhofsgaststätte Abbehausen stellte der Vorsitzende des Verbandes, Gerd-Diedrich Kahrs, den Teilnehmern dieses System vor.
Die Idee sei nach einem Streit zwischen Rat, Politik, Verwaltung und Aufsichtsrat auf der einen und den Landwirten, Grundeigentümern und dem Landvolkverband auf der anderen Seite entstanden. Nachdem die Gemeinde Schiffdorf einige Wirtschaftswege ausgebaut hatte, wurden nachträglich Anliegerbeiträge erhoben. Darüber waren die Anlieger nicht erfreut, denn viele Landwirte, deren Grundstücke nicht an einer sanierten Straße lagen, nutzten sie ebenso und mussten nichts zahlen. Nach vielen Diskussionen entstand so der Wirtschaftswegeverband Wesermünde. Statt des Anliegerbeitrages zahlt nun jeder einen Flächenbeitrag – in Wehden beträgt dieser zum Beispiel 20 Euro pro Hektar. Bereits gezahlte Anliegerbeiträge wurden sogar zurückerstattet.
Als Vorteil erweise sich nicht nur, dass die Verbandsmitglieder keine einmalige hohe Rechnung sondern einen überschaubaren jährlichen Beitrag zahlen – ganz wichtig sei die Selbstverantwortung. „Wir bestimmen selbst, was wann wo und wie gemacht wird“, erzählte Gerd-Diedrich Kahrs. Die Landwirte sorgen selbst dafür, dass die Wege in Stand gehalten werden, dies liegt in ihrem eigenen Interesse.
Während die Gemeinde für die Kosten der Unterhaltung aufkommt, kümmert sich der Wirtschaftswegeverband um die Arbeiten. Auch für die Verkehrssicherheit auf den Wirtschaftswegen ist der Verband zuständig. Bisher versuchen die Verbandsmitglieder die alten Straßen mit allen Mitteln zu erhalten.
Die Schiffdorfer sehen dieses System als zukunftsorientiert und gerecht für alle an. Für die Zukunft gebe es klare Regeln. Ein Gremium aus Mitgliedern des Gemeinderates, der Verwaltung und der Landwirtschaft arbeitet eng zusammen. Auch der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände konnte als Partner gewonnen werden und übernimmt die Verwaltung des Verbandes.
Aufgebaut ist der Wirtschaftswegeverband Wesermünde so, dass die Verbandsmitglieder zunächst Ausschussmitglieder wählen, welche wiederum den Vorstand wählen. An oberster Stelle steht der Verbandsvorsteher.
