Berlin - Um in Deutschland ein neues Modell auf den Markt zu bringen, müssen Autobauer Regeln einhalten. Unter anderem wird der Schadstoffausstoß des Wagens getestet. Doch die Prüfverfahren stehen in der Kritik.
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Wer prüft, ob neue Autos die Vorgaben einhalten |
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Zuständig ist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg. Unter seiner Kontrolle testen Prüfinstitute, ob neue Automodelle unter anderem die Umweltvorschriften erfüllen. Ist alles in Ordnung, erteilt das KBA eine EU-weit gültige Typgenehmigung.
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Welche Institute prüfen die Fahrzeuge |
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Dazu gehören die Tüv-Gesellschaften und die Dekra. Größter Tüv ist der Tüv Süd mit 2,2 Milliarden Euro Umsatz und weltweit mehr als 22 000 Mitarbeitern. Die Dekra macht 2,7 Milliarden Euro Umsatz (2015) und hat gut 37 000 Mitarbeiter. Die Autokonzerne können Abgastests auch bei Prüfinstituten im EU-Ausland in Auftrag geben.
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Sind die Prüfinstitute unabhängig |
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Die Vereine schreiben sich das auf die Fahnen. „Neutralität, Sachverstand und Unabhängigkeit bilden das Fundament unseres Handelns“, heißt es bei der Dekra. Vorwürfe über zu starke Abhängigkeit von großen Kunden weisen sie regelmäßig zurück. Allerdings geben Experten verstärkt zu bedenken, dass die Autokonzerne wichtige Kunden der Prüfinstitute sind. Die EU-Kommission schlägt deshalb vor, dass die Institute künftig nicht mehr direkt von den Herstellern bezahlt werden.
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Wie laufen Abgastests für eine Typgenehmigung ab |
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Auf einem Rollenprüfstand wird das Auto nach bestimmten Vorgaben gefahren – aktuell gilt dafür noch der Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ). Nach einem Kaltstart steht zum Beispiel für die erste Viertelstunde das Fahren im Stadtverkehr mit mehrfachem Beschleunigen und Abbremsen sowie Stillstandsphasen auf dem Programm. Dabei werden Abgaswerte erhoben. Erfüllt der Wagen die gesetzlichen Anforderungen, darf der Hersteller das Fahrzeug auf den Markt bringen.
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Was waren bislang Schwachpunkte der Tests |
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Autos mit moderner Technik können erkennen, wenn sie auf einem Prüfstand und nicht auf der Straße stehen. Und das kann gute Gründe haben: Andernfalls könnte die Testsituation bestimmte elektronische Helferlein wie das Anti-Blockier-System der Bremsen (ABS) verrückt spielen lassen. Illegal wird es erst dann, wenn Programme in die Motor- und Abgassteuerung eingreifen, nur um Verbrauchswerte gezielt für die Testsituation zu senken.
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Was soll künftig besser werden |
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Ab September 2017 will die EU schrittweise sogenannte Real Driving Emissions (RDE) Tests einführen. Sie sollen die laborgestützten Verfahren ergänzen. Zudem gibt es in Deutschland Überlegungen, staatliche Prüfstände einzurichten und die Autohersteller zu verpflichten, dem KBA ihre Motorsoftware offenzulegen.
