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Trassenstreit In Oldenburg Bürger wehren sich gegen Bahn-Umfahrung

Thorsten Kuchta

Oldenburg - Die Bürgervereinsvorsitzenden Sigrun Spaeth (Donnerschwee), Rainer Bartelt (Ohmstede) und Gustav Backhuß-Büsing (Etzhorn) fordern eine Abkehr von den Plänen des Stadtrates für eine Eisenbahn-Umfahrung im Stadtosten. Spätestens nach den negativen Aussagen der Bahn zur Umfahrung (NWZ  berichtete) müsse der Rat umsteuern, erklärten die drei Vereinsvorsitzenden in einem NWZ -Redaktionsgespräch.

Lärmschutz nicht sicher

Der Bau einer Eisenbahntrasse entlang der A  29 sei für die Bürger von Wahnbek bis Donnerschwee eine Zusatzbelastung, „ohne dass das offen gesagt wird“, sagte Rainer Bartelt. Drei von vier Containern, die vom Jade-Weser-Port auf dem Landweg auf die Reise gehen, würden per Lkw transportiert, der Löwenanteil davon über die A  29, zitiert Bartelt Zahlen des Hafenbetreibers „Eurogate“. Der Lärm von der A  29 sei für zahlreiche Oldenburger im Stadtosten schon lange eine Belastung und steige durch die Lkw-Transporte. „Dann noch die Gleistrasse hierher zu verlegen, das lehnen wir ab.“

Die Aussage, dass die Menschen im Stadtosten von einer Bahntrasse profitieren würden, weil deren Lärmschutz auch den Autobahnlärm mindern werde, sei nicht haltbar, sagte Professor Dr. Wolfgang Eber, emeritierter Biologe der Uni Oldenburg, Landschaftsplaner und Berater der Bürgervereine in Sachen Umfahrung. Da es sich um eine „juristische“ Trasse und keine in der Tiefe geplante handele, sei der Abstand zur Autobahn völlig offen – und damit auch die Frage, ob Lärmschutz für Bahn und Autobahn gleichzeitig möglich sei.

Backhuß-Büsing erinnerte daran, dass die Trasse ohnehin nicht überall an die A  29 angedockt werden könne, „weil in Etzhorn ein Autobahnparkplatz entsteht“. Die Planungen seien abgeschlossen, Einwendungen dagegen nicht mehr möglich, geht aus einem Schreiben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßen und Verkehr an den Bürgerverein Etzhorn hervor.

Bedrohung für Natur

Der Etzhorner Landwirt Christian Hilbers erinnerte daran, dass der Eingriff in die Natur durch eine Umfahrung die Ausweisung von 64 Hektar Ausgleichsflächen erzwinge. „Mit den Flächen für den Bau stellt das eine Existenzbedrohung für die Landwirte im Stadtosten dar“, betonte er. „Darüber haben die Initiativen mit uns nie gesprochen.“


In diesem Zusammenhang wendet sich Botaniker Eber gegen die Aussage der Initiativen, der Ausbau der Stadtstrecke sei für Flora und Fauna schädlicher als eine Umfahrung: „Das sieht auch der Fachdienst Naturschutz der Stadt anders.“ Laut Hilbers sind die Donnerschweer Wiesen „so wertvoll, dass sie als potenzielles Naturschutzgebiet gelten“. Hier eine Eisenbahntrasse bauen zu wollen, verbiete sich von selbst.

Sigrun Spaeth erklärt die späte Offensive der drei Bürgervereine gegen die Umfahrung damit, „dass wir nie mit einer Realisierung gerechnet haben“. Das habe man auch zu Beginn der Debatte mit den Bahninitiativen diskutieren wollen, „aber da hat man nur über uns gesprochen, nicht mit uns“. Kritiker der Umfahrung hätten dort keine Chance auf Gehör gehabt.

Steuergeld verschwendet

Nach der „vernichtenden Stellungnahme“ der Bahn melde man sich nun zu Wort, „damit nicht noch mehr Steuergeld in weitere Gutachten zur Umfahrung gesteckt wird“.

Rainer Bartelt forderte in diesem Zusammenhang auch die Bürger jener Stadtteile, die nicht an Stadtstrecke oder Umfahrungstrasse wohnen, zur Einmischung auf: „Wenn der Rat das ,tote Pferd Umfahrung’ weiter reitet, dann kostet das auch das Geld der Everster und Kreyenbrücker.“

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