Saterland/Ocholt - Es wird gehämmert, gesägt und gebohrt. Laut und geschäftig geht es zu in dem Waggon, der vor dem Lokschuppen in Ocholt „geparkt“ ist. Knapp ein Dutzend Männer hat sich hier versammelt, um kräftig Hand anzulegen. Ein Mittelwagen aus dem Baujahr 1959 wird restauriert.
Die Zeit drängt. Am 1. Dezember soll er zum Einsatz kommen. Auf dem Fahrplan der Museumseisenbahn Ammerland-Saterland steht an diesem Termin nämlich eine Tour zum Wild- und Martinsgans-Essen. „Wir liegen ganz gut im Arbeitsplan“, sagt Walter Bruns zuversichtlich, gibt aber zu, dass er eine gewisse Unruhe spürt, je näher das Datum rückt. Bruns organisiert die Arbeitseinsätze der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder.
Liste ist lang
Viel ist zu tun, Bruns’ Liste lang. Unter anderem müssen die Sitzpolster aus Kunstleder ausgebessert, die Sitzgestelle lackiert und ihr Wiedereinbau vorbereitet werden.
Bereits seit Monaten wird an dem Mittelwagen herumrepariert, um ihn vor dem Verfall zu retten. Von den Außenwänden wurde die Farbe abgeschliffen, sie wurden zweimal grundiert und zweimal frisch lackiert. Nun erstrahlt der Waggon, der etwa 40 Passagieren Platz bietet, wieder im Original-Rot der Deutschen Bahn. Außerdem wurden neue Scheiben samt Dichtungen eingesetzt, der Fußboden und der Dachhimmel ersetzt.
Gut 1900 Arbeitsstunden, so hat es Walter Bruns’ Mitstreiter Heinz Niebuhr ausgerechnet, werden bis zum Abschluss der Restaurierung geleistet worden sein. Auch der finanzielle Aufwand ist groß. Er beträgt mehrere tausend Euro. „Allein für die Farbe haben wir 1600 Euro ausgegeben“, berichtet Niebuhr. Sabine Schröder, die Erste Vorsitzende des Vereins, ist stolz auf „ihre“ fleißigen Männer. „Das Engagement kann man gar nicht hoch genug schätzen. Sie geben so viel von ihrer Freizeit her.“
Die „Chefin“ kocht gerade Kaffee für die Helfer. Gleich sollen sie sich bei einer kurzen Frühstückspause stärken können. Nachdenklich sagt Sabine Schröder: „Wissen Sie, wir führen einen ständigen Kampf um Zuschüsse – beim Kreis, bei den Gemeinden.“ Auf offene Ohren ist man in Barßel gestoßen. Von dort werden Gelder fließen. Die Folge: Aus der Museumseisenbahn Ammerland-Saterland wird die Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland. Auf der Internetseite ist die Namensänderung bereits vollzogen. Es müssen aber noch einige Formalia geregelt werden.
Etwa 140 Mitglieder zählt der Verein. Weitere Bahn-Begeisterte sind herzlich willkommen. Der Jahresbeitrag beträgt 20 Euro, der Familienbeitrag beläuft sich auf 30 Euro jährlich. Handwerkliches Geschick ist nicht von Nachteil. „Wir brauchen aber auch Leute, die die Fahrten begleiten und unsere Gäste betreuen“, sagt Sabine Schröder.
NIkolausfahrt
Die nächste Tour der Museumseisenbahn findet – wie bereits erwähnt – am 1. Dezember (ab 13 Uhr) statt. Für den 7. Dezember (ab 13 Uhr) ist eine Nikolausfahrt vorgesehen. Bei großer Nachfrage soll eine weitere Nikolausfahrt am 8. Dezember starten. Los geht es stets von Gleis 6 des Oldenburger Hauptbahnhofes.
Wer sich anmelden möchte, kann dies unter
