Wiesbaden - Der kräftig gefallene Rohölpreis hält die Inflation in Deutschland extrem niedrig. Im August lagen die Verbraucherpreise wie schon im Juli um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit und bestätigte damit eine erste Schätzung.
Für Verbraucher bedeutet das vor allem, dass sie günstiger tanken und heizen (sofern letzteres mit Öl geschieht) können als vor einem Jahr und somit mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung haben. Insgesamt lagen die Teuerungsraten in diesem Jahr nur im Februar und im Januar noch niedriger als im August. Gegenüber dem Vormonat Juli veränderten sich die Verbraucherpreise nach den Angaben nicht.
Die niedrige Inflationsrate im August sei maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die Energiepreise binnen Jahresfrist kräftig um 7,6 Prozent sanken, betonten die Statistiker: „Im Vergleich zu den letzten Monaten hat sich der Rückgang bei den Energiepreisen erneut verstärkt.“ Dies betrifft Öl, aber kaum, vielerorts gar nicht das Gas.
An den Tankstellen macht sich der Ölpreisverfall auch im Vergleich zu den Vormonaten bemerkbar. Nach Zahlen des ADAC kostet ein Liter E10 derzeit 1,350 Euro, Anfang August lag der Literpreis noch bei 1,448 Euro (Juli 1,478 Euro).
Volkswirte rechnen damit, dass die Preise in Deutschland schon bald wieder stärker steigen dürften. Commerzbank-Ökonom Marco Wagner sagte: „Mittelfristig rechnen wir mit wieder steigenden Rohölpreisen und spürbaren Lohnanstiegen. Dies dürfte die Inflationsrate bis Mitte 2016 auf 2 Prozent treiben.“
