Wildeshausen - Still und verwaist liegt es da, das „Ratscafé“ im Wildeshauser Stadthaus am Stellmacherplatz. Seitdem das Ehepaar Klabes nach vielen erfolgreichen Jahren den Pachtvertrag beendet hat, steht das kleine Restaurant im Herzen der Stadt unter keinem guten Stern. Einige Pächter und Untermieter – viele von ihnen mit gastronomischer Erfahrung – versuchten sich seit 2006 an dem Projekt, gaben aber allesamt nach mehr oder weniger kurzer Zeit auf (NWZ  berichtete). Der Mietvertrag mit den bisher letzten Pächtern des „Ratscafés“, Alfredo und Luigi Sanapo, wurde zum 30. November 2012 gelöst.

Im Januar begann dann das gegenüber liegende Immobilienbüro KMW mit der Vermarktung. Zum Preis von 1202 Euro Warmmiete wurde die Immobilie im 1989 errichteten Stadthaus unter anderem im Internetportal „Ebay“ feil geboten. Hier heißt es: „Die Fläche des Cafés erstreckt sich über zwei Etagen, wobei die Zubereitungsküche und die sanitären Anlagen sich im Untergeschoss (83 m²) befinden. Als Fläche für das Café im Erdgeschoss stehen 86 m² zur Verfügung. Zusätzlich laden idyllische Außenplätze direkt am Stellmacherplatz zum Verweilen ein.“

Trotz des laut Stephan Schulz von KMW Immobilien „absolut fairen, marktüblichen“ Preises war es dennoch schwierig, in den vergangenen Monaten einen geeigneten Interessenten zu finden. Die ruhige Lage habe zwar auf der einen Seite Vorteile wie mehr Ruhe beim gemütlichen Kaffeeplausch gerade auch mit Kindern, die sorglos auf dem Stellmacherplatz spielen könnten, sei aber auf der anderen Seite auch ab vom Trubel auf der Westerstraße, so Schulz. Generell werde die eigentlich sehr schöne Fläche zwischen Stadthaus, Musikschule und der Kleinen Straße etwas stiefmütterlich behandelt, beklagt er: nur ein Spielpferd, ein paar Blumenbeete und zur Weihnachtszeit weder Baum noch Beleuchtung. Auch die zahlreichen Leerstände in der direkten Umgebung machten eine Vermarktung nicht gerade leichter.

Jetzt scheint der Erfolg jedoch greifbar nahe zu sein: Laut Schulz, der diesbezüglich in ständigem Kontakt mit der Stadt ist, gibt es eine gleichermaßen ernsthafte wie geeignete Interessentin, mit der man hofft, noch im Juni ins Geschäft zu kommen, um die lukrative Sommersaison nutzen zu können. „Die Frau kommt aus der näheren Umgebung und ist derzeit in einem Lokal im Umkreis tätig“, verrät der Makler.

Wenn dann auch der Wildeshauser Rat nichts gegen die neue Betreiberin hat, könnten Einheimische und Touristen demnächst wieder mitten in der Stadt Cappuccino, Kuchen und Kanapees genießen.