Ahlhorn - Die Firma Kreienkamp geht angesichts der Proteste gegen die geplante Hähnchenschlachterei in Ahlhorn in die Offensive. Neben der Einladung an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Info-Veranstaltung am Donnerstag, 30. Mai (NWZ berichtete), geht an diesem Wochenende ein Infoblatt an alle Haushalte der Gemeinde.
Interessant ist, dass im Zuge der Diskussion um den Hähnchen-Schlachtbetrieb auf einem Nachbargrundstück der Firma Heidemark der Investor Zugeständnisse macht. So verzichtet Kreienkamp auf die beantragte Genehmigung eines eigenen Brunnens zur Frischwasserversorgung, sondern will das Wasser vom Wasserverband (OOWV) beziehen. Und auch die bisher geplante, ausschließliche Nutzung der vorhandenen firmeneigenen Kläranlage von Heidemark ist vom Tisch. Kreienkamp will nun, in Abstimmung mit der Gemeinde, vorrangig in die öffentliche Kläranlage in Ahlhorn einleiten – bis zur dortigen Auslastungsgrenze. Das Unternehmen wird entsprechende Abwassergebühren zahlen. Die Abwasser-Kosten, die auf alle Nutzer umgelegt werden, würden für die Bürger dadurch möglicherweise sogar sinken, heißt es.
Erst das Abwasser, welches die kommunale Kläranlage nicht mehr schafft, soll in der Heidemark-Kläranlage gereinigt werden. Die Anlage sei in der Lage, Brauchwasser zu recyceln, so dass Wasser sparsam und umweltschonend eingesetzt werden könne.
Die neuen abwasserrechtlichen Regelungen haben Auswirkungen auf die Kapazität des neuen Hähnchenschlachtbetriebes. Kreienkamp will zunächst – wie bisher in Wildeshausen – 30 000 Tiere am Tag schlachten und peilt einschichtige Auslastung auf 100 000 Tiere an. Mehr soll es nicht werden.
Das kann es nach den abwasserrechtlichen Vorgaben auch nicht, wie der Generalbevollmächtigte von Heidemark, Johannes Eiken, auf Nachfrage bestätigte. Heidemark will den Antrag auf zusätzliche Einleitung von in der eigenen Anlage geklärtem Wasser in den Hageler Bach denn auch zurückziehen.
Kreienkamp und Heidemark haben die Bauleitplanung für das Nachbargrundstück von Heidemark angeschoben. Kreienkamp will dort kurzfristig bauen, weil am Standort in Wildeshausen – inmitten eines Wohngebietes – eine Produktion nach modernsten Standards nicht mehr möglich ist und rund 170 Arbeitsplätze gefährdet sind. Heidemark denkt perspektivisch an einen weiteren Ausbau in Ahlhorn.
