Accum - Es macht nicht wirklich Spaß bei diesem Wetter, „aber irgendwann wollen wir ja auch mal fertig werden“, sagt Torsten Strenge. Er steht in etwa zwölf Metern Höhe auf der obersten Ebene der eingerüsteten Accumer Mühle und begutachtet den auf sechs Uhr stehenden Jalousienflügel: „Das ist noch eine Menge Arbeit.“

An der Accumer Mühle, Baudenkmal und Wahrzeichen des Ortes, wird wieder mal gearbeitet. Nachdem im vorigen Jahr die Galerie und die Windrose saniert und erneuert worden waren, sind in diesem Sommer die Flügel an der Reihe. Da Sanierung und Reparatur weitgehend ehrenamtlich erfolgen und das von der Handwerkertruppe des Accumer Mühlenvereins meist nach Feierabend in den Abendstunden geschieht, dauert das alles ein bisschen länger – ist dafür aber auch nicht so teuer. Rund 10 000 Euro sind für die Flügel-Sanierung kalkuliert, das meiste davon erbringt der Verein in Eigenleistung.

Vor rund vier Wochen wurde die Mühle das erste Mal eingerüstet und der erste Flügel demontiert. Marode Hölzer, Verstrebungen und Befestigungen wurden ausgebaut, von einem Mühlenbauer auf Maß neu angefertigt und von den fleißigen Accumer Mühlenleuten wieder zusammengesetzt.

Neben Torsten Strenge, Nietiedt-Niederlassungsleiter und Mitglied im Mühlenverein, sind das Jörg Leerhoff, Echard Franzen und Willi Assing. 300 bis 400 Stunden haben sie als Tischler, Maler und Gerüstbauer in die Flügelsanierung investiert. Fachmann im Hintergrund ist der Mühlenbauer Didi Schlachter aus Norden. Der hat gerade in Esens zu tun. Weil er es momentan zeitlich nicht einrichten kann, auch immer mal nach Accum zu kommen, bringen die Vereinsmitglieder die ausgebauten Flügelteile zu ihm nach Esens und holen später die maßgefertigten neuen Teile bei ihm ab.

Drei Flügel sind bereits saniert, jetzt ist der vierte und letzte an der Reihe – einer der beiden Jalousienflügel. „Und der macht richtig viel Arbeit“, sagt Torsten Strenge. Was die Arbeit zusätzlich in die Länge zieht, ist, dass man das Gerüst in Teilen immer wieder zurückbauen musste, um den jeweils nächsten Flügel einzudrehen. Zudem hat der enorme Temperaturunterschied die aus Metall bestehende so genannte Haus- und Feldrute ganz schön verzogen. „Wir haben bei 18 Grad angefangen – jetzt sind es weit über 30 Grad. Der Flügel ist ganz schön nach vorne gekommen.“ Macht aber nichts. Oben ist Platz genug, die Flügel können sich frei drehen.

Anfang August sollen die Arbeiten beendet sein. „Dann ist die Mühle wieder auf Stand“, so Torsten Strenge. Das passt: Im September feiert der Verein sein Mühlenfest

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever