ACCUM - Stolz auf das Erreichte, aber auch Sorge um den weiteren Fortbestand des hohen Niveaus – zwischen diesen beiden Polen pendeln die Gefühlslagen im Arbeitskreis Accumer Mühle. Dieter Mögling, der nach 18 Jahren als Vorsitzender des Arbeitskreises nicht erneut kandidierte („Irgendwann müssen auch mal Jüngere ran“), erinnerte in seinem letzten Jahresbericht als Vorsitzender an die großen Erfolge im vergangenen Jahr: 10 500 Besucher haben das Mühlenensemble besucht, „das ist ein gutes Fußballstadion voll“, so Mögling. Außerdem wurden mit der Montage der neuen Mühlenflügel, dem Bau des neuen Backofens und den Umbauten im Stall große Vorhaben erledigt.
Doch es schwingen Moll-Töne mit: Denn der Altersdurchschnitt im Arbeitskreis Accumer Mühle liegt mittlerweile schon bei 68 Jahren. Das ist deshalb problematisch, weil die Betreuung und der Erhalt der historischen und mehr als 260 Jahre alten Mühle mit viel Mühsal verbunden ist und diese Arbeiten im Alter immer schwieriger werden. „Wir brauchen ganz dringend jüngere Mitglieder – und zwar auch solche, die handwerklich begabt sind und zupacken können“, sagte Mögling.
Knapp 180 Mitglieder zählt der vor 20 Jahren ins Leben gerufene Arbeitskreis. Der „harte Kern“ von knapp 30 Personen hat im zurückliegenden Jahr etwa 5500 ehrenamtliche Arbeitsstunden für die Mühle und die Scheune geleistet, bilanzierte Mögling. Vor allem zum Deutschen Mühlentag zu Pfingsten und zum alljährlichen Mühlenfest im September war die Mühle großer Besuchermagnet. Mögling warb dafür, das Mühlen-ensemble künftig touristisch noch besser zu vermarkten: „Da geht noch was.“
Seinen letzten Jahresbericht als Geschäftsführer des Arbeitskreises gab auch Günter Finke. Auch er räumt nach 14 Jahren den Stuhl. Finanziell stehe der Verein auf soliden Füßen, erklärte Finke. Für den Betrieb wurden durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse rund 11 000 Euro eingenommen und für den Erhalt der Mühle 9800 Euro aufgewendet. Der Arbeitskreis hat aber auch Einnahmen und Ausgaben als Wirtschaftsbetrieb – etwa durch Umsätze aus dem Verkauf von Backwaren oder durch die Vermietung der Scheune für private Feste. Dadurch wurden im Vorjahr rund 30 400 Euro erwirtschaftet. Dem standen Ausgaben in Höhe von 29 000 Euro gegenüber.
Durch Möglings und Finkes vor einem Jahr schon angekündigten Rückzug aus dem Vorstand kam das Personalkarussell richtig in Schwung: Neue Vorsitzende des Arbeitskreises ist jetzt Hannelore Niermann. Ihre Stellvertreter sind Holger Krahe und – für den Heimatverein Schortens – Peter Homfeldt. Neue Geschäftsführerin ist Lia Münstermann, ihre Stellvertreterin heißt Kerstin Meiland. Neuer Schriftführer wurde Olaf Meiland.
Am ersten April-Wochenende beginnt die neue Saison an der Accumer Mühle. Bis Ende Oktober sind die Scheune und die Mühle jeden Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
