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Achternmeer Bebauung kontrovers diskutiert

Achternmeer - Die Weiterentwicklung des Flächennutzungsplanes für Achternmeer beschäftigte am Donnerstag den Ausschuss für Planung und Entwicklung. Ziel ist unter anderem, die künftige Bebauung sinnvoll zu steuern. Diedrich Janssen, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft NWP, zeigte Schwachstellen und Chancen auf.

Langfristig soll die Wahrnehmung des Ortes und einzelner Siedlungsbereiche gestärkt und mehr auf eine Ortsmitte konzentriert werden, gleichzeitig sollen die dörflichen Bau- und Siedlungsstrukturen erhalten bleiben. Wichtig sei es beispielsweise, den Alleecharakter an der Korsorsstraße wieder herzustellen. Das Grün hier wirke teilweise „wandartig“, beschrieb er seinen Eindruck.

Zwischen den Siedlungen gibt es eine Reihe von Flächen, die noch nicht bebaut sind. „Wir sprechen hier von rund 14 Hektar Bauflächen, die zur Verfügung stehen“, machte Janssen deutlich und sprach sich für eine Innenverdichtung des Ortes aus.

Rücksprache mit Bürgern

„Achternmeer möchte Dorf bleiben und kein Vorort werden. Das klingt in Gesprächen immer wieder an“, betonte Ratsherr Armin Köpke (CDU). Er plädierte für Einzelfallentscheidungen bei jeder Maßnahme und grundsätzlich Rücksprache mit den Achternmeerern.

Wie schwierig die Planung einzelner Flächen im Gesamtkonzept sein kann, zeigte der nächste Tagesordnungspunkt, in dem es ebenfalls um Achternmeer ging: Am Alten Dorfweg möchte das Bauunternehmen Kuhlmann auf dem ehemaligen Hof Lange Wohnhäuser bauen. Auch für die Grundstücke daneben ist Wohnbebauung denkbar. Insgesamt handelt es sich hier um eine Fläche von etwa acht Hektar. Würde man mit einer Genehmigung für Kuhlmann Fakten schaffen, die weiteren Planungen eventuell widersprechen würden? Diese Frage stellten sich die Ratsmitglieder. „Wenn wir jetzt einen Beschluss fassen, könnte dies der Gesamtplanung schaden“, warnte etwa Wolfgang Depken (Grüne). Und auch Hajo Suhr (CDU) fragte: „Müsste man nicht die drei entsprechenden Flächen zusammen planen, um sich keine Chancen zu verbauen?“ Grundsätzlich sollte es ein gemeinsames Konzept geben, bestätigte Janssen. „Man muss es zusammen denken, auch wenn es einzeln entwickelt wird.“ Die Gesamtfläche sei geeignet, um eine kompakte Siedlung zu schaffen.


Armin Köpke gab zu bedenken, dass in den nächsten Jahren auch viele ältere Bewohner ihre Häuser verkaufen würden. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die gleichen Probleme bekommen wie in Hundsmühlen“, warnte er und sprach damit ein infrastrukturelles Problem an: Wenn viele junge Familien zuziehen, werden temporär vermehrt Kindergartenplätze und Kapazitäten in der Grundschule gebraucht. Dies ist derzeit in Hundsmühlen der Fall.

Infrastruktur für Familien

Letztendlich stimmten die Ausschussmitglieder einem Antrag von Armin Köpke zu, die Bebauung des Alten Dorfweges 40 zu prüfen. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Vereinbarung der Bebauung mit der bestehenden Infrastruktur und eventuelle Konflikte mit dem Dorfplatz und dem Dorfgemeinschaftshaus, wenn hier in direkter Nähe Wohnbebauung entstände. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden den Achternmeerern vorgestellt. Erst dann sollen weitere Entscheidungen getroffen werden.

Anke Brockmeyer
Anke Brockmeyer Reportage-Redaktion
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