ADDRUP - „Wir müssen an den NawaRo-Bonus ran.“ Niedersachsens Umweltminister Heinrich Sander (FDP) und der Landtagsabgeordnete Clemens gr. Macke (CDU) waren sich absolut einig. Zusammen mit Essens Bürgermeister Georg Kettmann statteten sie der Firma Wernsing am Mittwoch in Addrup (Gemeinde Essen) einen Besuch ab, um sich über die Folgen der Bonus-Zahlungen für die bäuerliche Wirtschaft zu informieren.

Seniorchef Heinz Wernsing sowie Geschäftsführer Bernard Suding und Betriebsleiter Otto Vahrmann empfingen die Besucher und trugen ihre Sorgen vor, die auf den Bonus für nachwachsende Rohstoffe im Zusammenhang mit Biogas-Anlagen zurückzuführen sind. Der vom Staat gezahlte Bonus macht den Anbau zum Beispiel von Mais sehr lukrativ. Das wiederum treibt die Pachtpreise für die Felder in die Höhe, und der Firma Wernsing gehen rund um Addrup die Kartoffeln aus, was langfristig Arbeitsplätze in Gefahr bringt.

Der subventionierte Strom treibe andererseits die Preise für Energie in die Höhe, und der Wettbewerb zum Beispiel mit den Pommes-Ländern Belgien und Holland werde verzerrt, klagten Wernsing und Suding.

Auch aus ethischen Gründen sei die Verbrennung von Lebensmitteln nicht weiter hinnehmbar. Die Förderung von alternativen Energien sei im Prinzip richtig, aber falsch konzipiert. Biogas-Anlagen müssten auch mit anderen Stoffen betrieben werden dürfen, und außerdem müsse die Abwärme genutzt werden, forderten die Politiker, die sich in Hannover für eine Neukonzeption stark machen wollen. Für bereits fertige Anlagen soll es Bestandsschutz geben, so Sander und gr. Macke.

Allein im Kreis Cloppenburg gab es 2009 exakt 92 Biogas-Anlagen. Für 2010 sind 24 weitere Anlagen in Planung. Zusammen genommen liegt Cloppenburg damit an zweiter Stelle in Niedersachsen. Im Emsland gab es im vergangenen Jahr 66 Anlagen, 55 sollen jetzt hinzukommen. Vechta nimmt sich dagegen bescheiden aus. 14 Anlagen waren es in 2009, 13 sind für 2010 in Planung.