Berlin - „Alter gleich Einsamkeit, davon kann heute überhaupt keine Rede mehr sein“, fasst die Allensbacher Umfrage-Expertin Renate Köcher eine große Studie ihres Instituts zu den 65- bis 85-Jährigen für das Unternehmen „Generali“ zusammen.
Ältere Menschen in Deutschland fühlen sich im Durchschnitt zehn Jahre jünger, als sie tatsächlich sind, und führen überwiegend ein aktives, abwechslungsreiches Leben. Dieses Bild ergab die Befragung von rund 4000 älteren Menschen. „Die große Mehrheit empfindet eine außerordentliche Lebenszufriedenheit“, so Köcher: 63 Prozent sehen ihre wirtschaftliche Lage als „gut oder sehr gut“, 81 Prozent fühlen sich „einigermaßen bis sehr gesund“ und fast jeder Zweite treibt regelmäßig Sport.
Das Auto gehört für die Mehrheit zum Alltag, und 45 Prozent engagieren sich im gesellschaftlichen Bereich, unter anderem im kirchlichen Umfeld sowie in Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen – und zwar durchschnittlich rund vier Stunden pro Woche. Das entspricht der Arbeitszeit von 870 000 Vollzeitbeschäftigten.
Die familiären Bindungen sind eng, 38 Prozent unterstützen ihre Kinder regelmäßig. Auf der Wunschliste für das Alter ganz oben: „Man will gesund bleiben, um unabhängig zu bleiben“, betont Köcher. Ins Alters- oder Pflegeheim möchte kaum jemand.
Für den Altersforscher Andreas Kruse von der Uni Heidelberg stellt sich die Frage, ob die gesetzliche Altersgrenze zum Ruhestand noch zeitgemäß ist. „Viele wünschen sich mehr Möglichkeiten, länger zu arbeiten“, ermittelte Kruse.
