Von den Wintersorten, die bei guter Lagerung von Januar bis Ostern oder sogar noch länger schmackhaft sind, werden Cox Orange und Goldparmäne spätestens bis Ende September gepflückt, während die Erntezeit der anderen Sorten, wie Berlepsch, Boskoop, Glockenapfel, Gloster, Holsteiner Cox, Idared, Jonagold, Golden Delicious und Jonathan, bis Mitte Oktober reicht. Lediglich Ontario kann noch bis Mitte November geerntet werden. Diese Pflückzeitpunkte sind in der Regel Erfahrungswerte, die natürlich je nach Witterungsverlauf und Kleinklima abweichen können. Gerade bei den Herbstsorten ist darauf zu achten, dass sie nicht überreif gepflückt werden, weil sie sich sonst nicht so lange lagern lassen und zudem schneller mehlig werden.
Alle Winteräpfel haben ihre Pflückreife spätestens mit den ersten Nachtfrösten erreicht. Den Erntetermin kann man ruhig so spät wie möglich legen, da dadurch ein höherer Zuckergehalt der Früchte erreicht wird. Pflückreife Äpfel erkennt man immer daran, dass sich der Stiel leicht vom Zweig drehen lässt. Beim Boskop z.B. hängen die einzelnen Früchte windfest bis zum optimalen Pflücktermin, erst später fallen sie verstärkt ab.
Optimal zum Ernten ist ein sonniger, trockener Tag, da nasse Früchte eher von pilzlichen Infektionen befallen werden. Am schonendsten ist es, dass Obst mit der Hand zu pflücken und zuerst in einen ausgepolsterten Korb oder Kunststoffeimer zu legen. Auch beim Pflücken sollte man nicht zu viele Äpfel aufeinander legen, da sie sonst leicht Druckstellen bekommen.
