Nachdem die Ernte der zum sofortigen Verzehr geeigneten Sommeräpfel abgeschlossen ist, beginnt nun die Ernte der Lagersorten. Da erst die Einhaltung des richtigen Erntezeitpunktes sowie ein schonendes Pflücken und sachgerechtes Lagern knackig frische Äpfel über Winter garantieren, lohnt sich ein umsichtiges Vorgehen bei der Ernte.
Hoher Zuckergehalt
Viele Äpfel der Herbstsorten (Alkmene, Dülmener Rosen, Oldenburg, McIntosh, Graham, Ingrid Marie und Jakob Lebel) haben ihre Pflückreife von Anfang bis Ende September und ihre Genussreife von Oktober bis zum Ende des Jahres.
Von den Wintersorten werden Cox Orange und Goldparmäne spätestens bis Ende September gepflückt, während die Erntezeit von Berlepsch, Boskop, Glockenapfel, Gloster, Holsteiner Cox, Idared, Jonagold, Golden Delicious und Jonathan bis Mitte Oktober reicht. Ontario kann bis Mitte November geerntet werden.
Diese Pflückzeitpunkte sind in der Regel Erfahrungswerte, die je nach Witterungsverlauf abweichen können. Gerade bei den Herbstsorten ist darauf zu achten, dass sie nicht überreif gepflückt werden, weil sie sich sonst nicht so lange lagern lassen. Alle Winteräpfel haben ihre Pflückreife spätestens mit den ersten Nachtfrösten erreicht. Den Erntetermin kann man ruhig so spät wie möglich legen, da dadurch ein höherer Zuckergehalt der Früchte erreicht wird. Pflückreife Äpfel erkennt man immer daran, dass sich der Stiel leicht vom Zweig drehen lässt.
Optimal zum Ernten ist ein sonniger, trockener Tag, da nasse Früchte eher von pilzlichen Infektionen befallen werden. Am schonendsten ist es, dass Obst mit der Hand zu pflücken und zuerst in einen ausgepolsterten Korb oder Kunststoffeimer zu legen. Auch beim Pflücken sollte man nicht zu viele Äpfel aufeinander legen, da sie sonst Druckstellen bekommen. Zu hoch hängendes Obst erntet man vorsichtig mit einem Obstpflücker. Alle herabfallenden Früchte sind nicht für eine Lagerung geeignet.
Kleine Mengen in Beutel
Zum Lagern passend sind flache Kisten, in die die Äpfel vorsichtig nebeneinander gelegt werden mit dem Stiel nach oben. Ideal ist ein kühler Keller mit Temperaturen zwischen drei und acht Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent. Empfehlenswert ist auch eine Lagerung in frostfreien Schuppen oder Garagen. Kleinere Erntemengen kann man auch in PE-Folienbeuteln lagern. Sinnvoll ist es, Beutel von einer Größe zu nehmen, die zwischen zwei und fünf Kilogramm Früchten Platz bieten. Die Äpfel werden vor der Abfüllung zuerst im Lagerraum abgestellt. Erst wenn sie die Lagerraumtemperatur haben, füllt man die Beutel, schließt diese und kann sie am besten hängend aufbewahren.
