Ocholt - Der nicht behindertengerechte Zugang zum Bahnhof lag vielen Ocholtern am Herzen, die sich am Donnerstag zur Rollenden Redaktion auf dem Dorfplatz einfanden. „Für Westerstede als Gesundheitsstadt im Grünen ist das ein Armutszeugnis“, erklärte u.a. Henning Hohnholz aus Howiek. Er lobte jedoch die gute Anbindung durch den Bürgerbus. An seinem Wohnort schätze er das intakte Dorfleben. Allerdings vermisse er die Ausweisung weiterer Bauplätze.

Viele ältere Menschen hätten Probleme, den Bahnhof zu nutzen und würden deshalb in Bad Zwischenahn aussteigen, weiß Gertrud Sieling aus Ollenharde. Es gebe noch nicht einmal eine Gepäckrampe. Sonst aber sei Ocholt ein wunderschöner Ort mit einem regen kirchlichen Leben.

Ein Dorn im Auge ist Gerhard Schröder der Bereich des Bahnübergangs am Westring. „Hier endet plötzlich der Radweg, und die Kinder müssen mit ihren Fahrrädern auf die Straße. Das ist sehr gefährlich“, warnt er. Ein dickes Lob will er den Mitarbeitern des Westersteder Bauhofs aussprechen. „Die sind immer zur Stelle und machen viel. Dafür möchten wir uns bedanken“, erklärt er im Namen des Ortsbürgervereins. Aber auch die Feuerwehr vor Ort setze sich sehr ein. Als Schandfleck im Ortskern empfindet er die Brandruine. Da pflichten ihm weitere Ocholter bei, darunter Friedrich-Wilhelm Henning. Der Heimatverein Ocholt-Howiek wünsche sich überdies eine Reinigung des alten Bachlaufs der Ollenbäke, wo sich verrottetes Grün angesammelt habe. „Ein Traum wäre es natürlich, den alten Bachlauf zu renaturieren und eine Verbindung zum Wasser zu schaffen“, so Henning.

Wilhelm Wolff ärgert sich über parkende Autos, die Bürgersteige blockieren, so dass Mütter mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit Rollator auf die Straße ausweichen müssen, obwohl es nicht weit entfernt genügend Parkplätze gäbe. Falschparker beobachtet auch Herbert Hemken immer wieder. „Von der Arztpraxis bis Ole Kamp müsste eine Halteverbot eingerichtet werden“, empfiehlt er.

Erwin Helms muss immer wieder mitansehen, wie auf der Straße Ole Kamp zu schnell gefahren wird. „Dabei sind hier immer viele Kinder unterwegs.“ Vielleicht würde es helfen, eine mobile Geschwindigkeitsanzeige aufzustellen, um das Bewusstsein der Autofahrer für die Gefahren zu wecken.


Schnelle Autofahrer, die durch den Ort rasen, darüber regt sich Egon Wortmeyer auf. Eine Verkehrsberuhigung wäre sinnvoll, insbesondere auf Höhe der Schulstraße, wo viele Schulkinder unterwegs seien. Auch ein Kreisverkehr, beispielsweise an der großen Kreuzung Zwischenahner Straße, müsste seiner Ansicht nach eingerichtet werden.

An manchen Stellen sei die Radwegebeschilderung unzureichend, hat Eitelfritz Faerber festgestellt. „Wenn man aus der Schulstraße nach rechts in Richtung Westerstede abbiegt, fehlt ein Hinweis auf den Radweg. So weiß der Radfahrer nicht, ob er weiterfahren kann oder die Straßenseite wechseln muss.“

Gerd Hoff setzt sich ebenfalls für einen behindertengerechten Bahnhof ein. Gleichzeitig ärgern ihn die langen Wartezeiten vor den geschlossenen Bahnschranken. „Natürlich geht Sicherheit vor, aber das ist einfach übertrieben“, findet er. Neben der Bauruine im Ortskern stört ihn auch die Monokultur auf den Feldern. „Überall ist nur noch Mais. Und gerade zu dieser Jahreszeit rollen auch noch die ganze Nacht die Maistransporter.“ Dennoch lebe er gerne in Ocholt. „Hier gibt es im Grunde alles – Ärzte, Geschäfte und mehr. Ich habe seit 1948 miterlebt, wie hier alles aufgebaut und entwickelt wurde, beispielsweise vom Ortsbürgerverein. Ich würde mir wünschen, dass sich Neubürger ebenfalls in der Dorfgemeinschaft engagieren und den Ort unterstützen.“

Eine Belebung des Ortszentrums wünscht sich Brigitte Müller. „Es wäre schön, wenn mehr Menschen von außerhalb nach Ocholt kommen würden. Man könnte einen grünen Weg schaffen, eine Verbindung zwischen der Thalenweide in Westerstede und dem Dorfplatz in Ocholt“, erzählt sie von ihrer Idee. Diese Wegeverbindung könnte von Schnittgehölzen oder besonderen Pflanzen gesäumt werden. Auch eine Kulturmeile sei denkbar mit von Künstlern geschaffenen Skulpturen. „Davon würde auch der Tourismus profitieren“, ist sie sich sicher. Schön wäre es ihrer Meinung nach auch, wenn der Dorfplatz etwas umgestaltet werden würde, mit Bänken, Blumen oder Spielangeboten.

Für eine Belebung des Ortes könnte ihrer Ansicht nach auch die Anbindung der Nordwest-Bahn sorgen.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede