Lüneburg/Celle - Für Zirkusdirektor Klaus Köhler ist die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Lüneburg „das schönste Weihnachtsgeschenk“: Sein Schimpanse Robby muss doch nicht bis Ende des Jahres in eine Auffangstation umziehen, sondern darf weiter mit der Familie auf Tour gehen. „Robby ist eins von unseren Kindern, wir tun alles für ihn“, beteuert der 67-Jährige. Ob der betagte Affe allerdings auch seinen Lebensabend im Zirkus Belly verbringen wird, ist fraglich. Seine Einzelhaltung ist tierschutzwidrig, stellten die Lüneburger Richter am Freitag in ihrem Beschluss im Eilverfahren unmissverständlich fest.
Menschenaffen gehören nicht in den Zirkus, für Robby hatte der Landkreis Celle nur eine Ausnahmegenehmigung erteilt, weil er seit fast 40 Jahren in enger Bindung zur Familie Köhler lebt.
Der Auftritt des Schimpansen im Anzug auf einem Roller oder als Bällewerfer war lange ein Höhepunkt im Programm des kleinen niedersächsischen Wanderzirkus. Jetzt darf der Direktor seinen Affen nicht mehr zur Schau stellen, wie der Landkreis anordnete. „Wir beschäftigen uns aber vier Stunden am Tag mit ihm“, sagt Köhler.
Die endgültige Entscheidung über Robbys Zukunft ist nach Auskunft von Gerichtssprecherin Karola Hoeft in etwa einem Jahr zu erwarten. Nach Auffassung der Kammer ist noch nicht hinreichend geklärt, ob bei Robby eine erhebliche Vernachlässigung oder eine Verhaltensstörung vorliegt – dann wäre eine Entnahme aus dem Zirkus zulässig. Jetzt müssen weitere Gutachten eingeholt werden.
