Lemwerder - „Ein Lied für Togo“ heißt es am Freitag, 20. Juni, ab 15 Uhr auf dem Rathausplatz Lemwerder. Mit rhythmischen Gesängen möchte der Chor Kekeli die Menschen der südlichen Wesermarsch mit afrikanischer Lebensfreude anstecken und gemeinsam mit dem Eine-Welt-Laden sowie der Unterstützung des Lemwerder Turnvereins (LTV) einen Eindruck von Togo vermitteln.
Ganz speziell geht es dabei um das Dorf Hiheatro und seine rund 3000 Einwohner, zu dem der Chor Kekeli durch Mitglied Yawa Bebefe-Schwingel eine ganz persönliche Beziehung hat. Die sangesbegeisterte Frau aus Togo stieß vor 18 Jahren zu dem Chor, der sich der afrikanischen Musik verschrieben hat, und berichtete immer wieder schüchtern aus ihrer Heimat.
Unvorstellbare Armut herrscht dort und es fehle an nahezu allem, hieß es. „Wir waren sofort bereit Hilfspakete mit Kleidung, Schulmaterialien oder auch Werkzeugen zu packen. Doch leider mussten wir schnell erfahren, dass das nicht funktionierte. Bei den Adressaten kamen die Pakete nämlich trotz horrenden Portokosten und Zöllen wegen der Korruption im Land einfach nicht an. Auch ein Geldtransfer kam nicht infrage. Doch über Yawas Bruder, der Pastor in Lomé ist, fand sich schließlich ein Weg, dass unsere Hilfe wirklich zu 100 Prozent da hingelangt, wo sie gebraucht wird“, so Chormitglied Anne Hilker aus Lemwerder.
Die Spenden, die der Chor bei Auftritten einnimmt, werden inzwischen zweckgebunden weitergeleitet. „Sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe sind die Schulbänke, die von einem ortsansässigen Tischler geschreinert werden. 20 Euro kostet eine Bank und insgesamt 195 werden benötigt. 60 Bänke, in die sich jeweils bis zu vier Schüler quetschen, konnten neben vielem anderen so bis jetzt finanziert werden. Unser Ziel ist es, dass eines Tages zwei Kinder an einer Schulbank Platz nehmen können. Auch für Licht wollen wir mit kleinen Solarlampen sorgen. Ab 18 Uhr ist es dort stockdunkel und Strom ist selten“, berichtete Hilker von der gezielten Hilfe.
Im Eine-Welt-Laden Lemwerder fand der Chor begeisterte Unterstützer. Mit Produkten, von Lebensmitteln bis zu Kunsthandwerk, deren Erlöse ohne Umwege an die Erzeuger gehen, werden Familien in armen Ländern wie Togo unterstützt.
Das war auch ein Grund, warum sich der LTV jetzt dazu entschieden hat, Präsente für Vereinsmitglieder dort zu beziehen. „Da weiß ich, dass das ganze Geld auch wirklich bei den Erzeugern ankommt und nicht irgendwo hängen bleibt“, freute sich der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Stolle. Gerne waren er und weitere Mitglieder darum bereit die Aktion auf dem Rathausplatz, die bei Regen ins evangelische Gemeindehaus verlegt wird, zu unterstützen.
