Essen/Damme - Um die Abnahme von Schlachtschweinen aus Bundesländern, die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen sind, ist eine Debatte entbrannt. In einem Marktbrief hat die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) aus Damme verschiedene Lebensmittelhändler aufgefordert, dem Schlachtbetrieb Danish Crown mit einem Standort in Essen (Kreis Cloppenburg) für „sein verantwortungsloses Handeln die rote Karte zu zeigen“.

Dem Verband zufolge habe Danish Crown (DC) seine Lieferanten darüber informiert, ab sofort keine in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gemästeten Schweine mehr zu schlachten. Obwohl Restriktionsgebiete mit entsprechend strengen Auflagen für den Tierverkehr ausgewiesen seien, sperre DC pauschal alle Schweinehalter dieser Bundesländer als Lieferanten, schrieb der Verband. Dabei gebe es in den überwiegenden Landesteilen keine Vermarktungseinschränkungen.

Andreas Rode, Vizepräsident von DC und Geschäftsführer in Essen, wies die Vorwürfe zurück: „Das entspricht in keiner Weise den Tatsachen.“ DC nehme nach wie vor Mastschweine aus Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ab.

Zuvor hatte ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack über das „kurzsichtige, diskriminierende Vorgehen“ des dänischen Schlachtunternehmens geschimpft. Für das Vorgehen gebe es keine fachliche Rechtfertigung, weder im inländischen Fleischgeschäft noch im EU-Export gebe es behördliche Handelsbeschränkungen für Fleisch von Tieren, die außerhalb von Restriktionszonen gemästet wurden. „Diese Frechheit darf nicht durchkommen und erst recht nicht Schule machen.“