OLDENBURG - Die zunehmend ganzjährige Rinderhaltung im
Stall muss nach Ansicht von Tierschützern zu neuen Haltungsformen
führen. Wenn die Tiere im Sommer nicht mehr auf die Weide kommen,
brauchen wir helle Ställe mit frischer Luft, sagte die Leiterin des
Niedersächsischen Tierschutzdienstes, Sabine Petermann, am Donnerstag
in Oldenburg. Zum sechsten Niedersächsischen Tierschutzsymposium
wurden dort bis Freitag rund 150 Veterinäre, Behördenmitarbeiter und
Wissenschaftler erwartet.
Ganzjährig aufgestallte Rinder sollten laut Petermann in einzelnen
Unterständen mit dazwischenliegenden Laufhöfen gehalten werden. Das
biete den Tieren mehr Licht und Auslauf als ein geschlossener Stall.
Von der Tagung erhofft sich das Landwirtschaftsministerium in
Hannover neue Erkenntnisse für künftige Vorgaben zur Rinderhaltung.
Bislang gebe es etwa zum Platzbedarf keine konkreten Leitlinien,
sagte Referatsleiter Jörg Baumgarte.
Auch die wachsende Zahl exotischer Arten führt nach Ansicht der
Experten zu Problemen beim Tierschutz. Mangels Sachkenntnis von
Hobby-Tierhaltern werde etwa das aus Südamerika stammende Alpaka
häufig nicht artgerecht gehalten. Petermann wies darauf hin, dass die
Tiere mindestens alle zwei Jahre eine Schur und eine regelmäßige
Klauenpflege bräuchten. Die Herdentiere dürften nicht allein gehalten
werden. Während Liebhaber meist weniger als zehn Alpakas hielten,
gebe es in Niedersachsen inzwischen einen Züchter mit 150 Tieren.
Genutzt wird vor allem deren Wolle.
Weitere Themen der Tagung sind die artgerechte Haltung von
Papageien und Meerwasserfischen sowie die Freilandhaltung von Hühnern
und tierschutzgerechte Schweineställe. Außerdem werden neue
Erziehungsmethoden für Pferde vorgestellt.
