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„Agrar-Exporte optimieren“ INTERVIEWFranz-Josef Holzenkamp sieht Niedersachsen gut im Geschäft

Das Land sei auf der Grünen Woche gut aufgestellt, meint der Chef der Marketinggesellschaft. Er mahnt faire Marktstrukturen an.

Von Norbert Wahn,

Redaktion Berlin

Frage:

Herr Holzenkamp, ist Niedersachsen angesichts der rückläufigen Ausstellerzahlen bei der Grünen Woche in Berlin ausreichend vertreten?

Holzenkamp:

Ja, wir haben im letzten Jahr mit einem neuen Konzept seitens der Marketinggesellschaft begonnen. Es kommen jetzt zunehmend neue Bewerber zu uns, die ihr Interesse bekunden, mitzumachen. Ich bin sehr guter Dinge, dass sich das in den nächsten Jahren so positiv weiterentwickelt.

Frage:

Wo sehen Sie in diesem Jahr die Schwerpunkte der Grünen Woche?

Holzenkamp:

Die gesamte Grüne Woche steht in diesem Jahr unter dem Leitmotiv Klimawandel/Klimaschutz. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, was die Landwirtschaft dazu beitragen kann. Die Landwirtschaft ist ein zentraler Faktor, weil nur sie C02 aufnehmen kann. Auf der anderen Seite emittiert die Landwirtschaft ja auch. Das heißt, wie wir auch in der landwirtschaftlichen Produktion Emissionen reduzieren können. Ein weiterer großer Schwerpunkt ist die Agrarpolitik nach 2013. Es geht bei dieser Reform beispielsweise darum, wie finanziert sich die Landwirtschaft in Europa. Hier werden im kommenden halben Jahr die Pflöcke gesetzt. Im September schon will die EU-Kommission einen Entwurf vorlegen. Hinzu kommen hier bei der Messe aber noch zahlreiche Einzelthemen wie der Export. In Deutschland sind wir in fast allen Produktionsbereichen mittlerweile Netto-Exporteur. Da in Europa die Märkte gesättigt sind, müssen wir die Produkte in Drittstaaten, also

über die EU hinaus, verkaufen.

Frage:

Dann steht die niedersächsische Landwirtschaft vor einem Wandel?

Holzenkamp:

Ich würde nicht von Wandel sprechen, sondern eher von einer Weiterentwicklung. Gerade die niedersächsische Agrar- und Ernährungswirtschaft hat sich in der gesamten Wertschöpfungskette über Jahre auf diesen Prozess vorbereitet. Es gibt natürlich Probleme auf unterschiedlichen Ebenen. Aber Niedersachsen ist besser vorbereitet als alle andere Bundesländer. Nicht umsonst sind wir Agrarland Nummer eins in Deutschland.

Frage:

Werden bei der Grünen Woche auch Probleme angesprochen? Wenn ja, wo drückt der Schuh?

Holzenkamp:

Wir haben viele Fachveranstaltungen mit sehr hochkarätigen Referenten. Ein Thema ist: Wie optimieren wir das Exportgeschäft in Drittländer wie in den südostasiatischen Raum mit Ländern wie Indien und China. Auch Japan ist ein sehr interessanter Markt für deutsche Veredelungsprodukte.

Frage:

Wird über das Thema Wettbewerb diskutiert?

Holzenkamp:

Ja, beispielsweise wie wir wettbewerbsfähige Strukturen in der gesamten Kette unserer sozialen Marktwirtschaft gewährleisten können. Ich behaupte, wir haben im Handel schon fast eine Marktbeherrschung durch wenige Großunternehmen. Den mittelständischen Unternehmen darunter werden oft die Preise diktiert. Wir müssen deshalb über faire Strukturen reden.
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