Hannover - Angesichts zu hoher Nitratwerte in Niedersachsens Grundwasser will Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) sich für bundesweit strikte Düngeregeln für Bauern stark machen. Zum zweiten Mal legt Meyer am Dienstag einen Bericht über die in Niedersachsen anfallende Menge an Mist und Gülle und deren Verwendung in der Landwirtschaft und in Biogasanlagen vor. Für die in Teilen Niedersachsens schlechte Grundwasserqualität wird unter anderem eine Überdüngung durch die Landwirtschaft verantwortlich gemacht. Aktuelle Maßnahmen dagegen will Meyer ebenso erläutern wie seine Forderungen nach besseren Kontrollen im Zuge der neuen Bundes-Düngeverordnung.

Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) mitteilte, ist die jährliche Menge von Gülle und Mist in Niedersachsen im Vergleich zum ersten Bericht von 47 auf 47,6 Millionen Tonnen angestiegen. Vor allem die Menge an Hühnertrockenkot habe weiter zugenommen. „Wir brauchen eine Abkehr von der Massentierhaltung mit ihren verheerenden Folgen für Natur und Umwelt“, sagte der Bund-Landwirtschaftsreferent Tilman Uhlenhaut. Ein Gülle-Tourismus mit dem Transport in Ackerbauregionen, wo der Mist als Dünger begehrt ist, könne keine Lösung auf Dauer sein. „Bei rund 100 000 Lkw-Fahrten, die für den Transport notwendig sind, ist es sehr schwer zu kontrollieren, ob Gülle und Gärreste tatsächlich immer ordnungsgemäß abgegeben werden oder nicht doch auf überdüngten Feldern um die Ecke entsorgt werden.“