Ahlhorn - Zwei Bauarbeiter nehmen das Pflaster des Bürgersteigs hoch und stapeln die roten Klinkersteine auf Paletten. Eine Baumaschine zieht ihre Bahnen und fräst den Asphalt von der Fahrbahn. Darunter sind alte „Katzenköpfe“ zu sehen. Auf der Mittelinsel türmt sich Sand. Pkw und Lkw fahren einspurig an der Baustelle vorbei. Eine Ampel regelt den Verkehr. Der Kreisverkehr in Ahlhorn, einer der ältesten im Oldenburger Land, wird seit Montag neu gebaut. Er stammt aus den 60er-Jahren.
Sieben Meter größer
„Weihnachten wollen wir fertig sein“, sagt der stellvertretende Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg, Frank Zielesny. Der neue Kreisel wird größer. Hatte der alte einen Durchmesser von 25 Metern, bekommt der neue 32 Meter – plus Fuß- und Radweg mit einer Breite zwischen 2,50 und drei Metern.
Auch die Mittelinsel wird größer: 16 statt zehn Meter. „Dadurch muss der Autofahrer in jedem Fall richtig am Lenkrad drehen, auch wenn er nur von Ost nach West oder von Nord nach Süd fahren will“, erklärt Zielesny. Dadurch soll die Geschwindigkeit gesenkt und für mehr Sicherheit gesorgt werden. Neue Verkehrsinseln würden auch so angelegt, dass Autofahrer nicht über die Mittelinsel hinwegschauen können. Auch dadurch sollen sie das Tempo weiter verringern.
Wie tief die Fahrbahn ausgekoffert wird, wissen die Baufachleute erst, wenn der Straßenkörper in Gänze freigelegt ist. Laut Zielesny könnte der Aufbau bis zu 67 Zentimeter dick sein: im Untergrund bis zu 30 Zentimeter Sand, darüber eine 15 Zentimeter Schottertragschicht, eine zehn Zentimeter Asphaltschicht, eine acht Zentimeter Binderschicht und eine vier Zentimeter Deckschicht.
Auf Wunsch der Gemeinde Großenkneten wird auch der Bürgersteig erneuert und einheitlich gepflastert. Nach Angaben von Bauamtsleiter Erhard Schröder bekommt der Bürgersteig ein rotes Pflaster. Ein Teil der Klinker kann wiederverwendet werden, das graue Betonsteinpflaster an der Cloppenburger Straße bis zu den Bahngleisen wird ausgetauscht.
Die Kosten für den Neubau des Kreisverkehrs teilen sich das Land und die Gemeinde nach einem vorgegebenen Schlüssel; denn die Wildeshauser und Cloppenburger Straße sind Gemeindestraßen, die Vechtaer und Oldenburger Straße Landesstraßen. Laut Schröder ist Großenkneten mit 337 000 Euro dabei, das Land mit 314 000 Euro.
Zudem nimmt die Gemeinde Geld für die Gestaltung und Bepflanzung der Mittelinsel in die Hand. Die Landesbehörde hat der Aufstellung eines Kunstwerkes zugestimmt. Die Größen sollen laut Bürgerverein, der die Vorschläge gemacht hat, der Verkehrsinsel angepasst werden. Der Zeppelin soll 2,50 Meter breit und 1,60 Meter bis 1,80 Meter hoch sein, die Postkutsche 2,50 bis drei Meter breit und 1,60 bis 1,80 Meter hoch. Ferner werden aus Metall ein Hünengrab sowie ein Schäfer mit Schaf aufgestellt. Damit soll an die Geschichte Ahlhorns erinnert werden.
Rettungsdienst geregelt
Der Rettungsdienst der Johanniter an der Wildeshauser Straße ist nach Aussagen von Martin Gobert nicht von den Bauarbeiten beeinträchtigt. „Die Ampel wurde 50 bis 60 Meter vor der Baustelle aufgestellt. So können unsere Rettungsfahrzeuge über die Gegenfahrbahn an den vor der Ampel wartenden Fahrzeugen vorbei.“ Bei Einsätzen in Richtung Vechta führen seine Kollegen durch das angrenzende Wohngebiet.
