AHRENSDORF - Zwar wurden bereits im Jahre 1925 die ersten Siedler in ihre Kolonate mitten in dem recht unwegsamen Moorgebiet eingewiesen. Doch erst neun Jahre später entstand ganz offiziell die Kolonie „Langenmoor“ am Küstenkanal zwischen Kampe und Edewechterdamm. Seither ist viel geschehen. Jetzt spricht man nicht mehr von einer Kolonie, sondern von einer gewachsenen Dorfgemeinschaft – und der Ort trägt den Namen Ahrensdorf, der in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert.
Der gut sechs Quadratkilometer große Ort hat seine einstige Bedeutung als wichtiger und verkehrsgünstig gelegener Torflieferant am Küstenkanal längst verloren. Doch den wirtschaftlichen Wandel hat das ländliche Ahrensdorf überstanden. Die 300 Einwohner des Dorfes, darunter 204 wahlberechtigte Männer und Frauen, gehören politisch seit der kommunalen Gebietsreform von 1974 zur Stadtgemeinde Friesoythe. Die Menschen leben beiderseits des Küstenkanals, verbunden durch eine Fußgängerbrücke über den Kanal. Südlich des Kanals siedelten sich einst auch die ersten Familien an. Sie kultivierten das Moor, schufen so die Voraussetzung zu einer dörflichen Entwicklung. Zwar haben die meisten der einst 20 Landwirte ihre Höfe aufgegeben, nur vier sind geblieben.
Dennoch hat sich Ahrensdorf entwickeln können. Arbeit finden die Menschen im Umland, sie pendeln zu ihren Arbeitsstellen bis nach Bremen und weiter. Friedrich Rosendahl, Mitglied des Festausschusses, der das Dorfjubiläum vorbereitet: „Vor gut 20 Jahren zogen viele junge Menschen fort, weil sie hier keine Perspektive fanden. Viele von ihnen kehren jetzt zurück, bauen hier ein Wohnhaus und fühlen sich in Ahrensdorf sehr wohl.“ Da es weder Grundschule noch Kindergarten vor Ort gibt, besuchen die Kinder diese Einrichtungen in Edewechterdamm oder Kampe.
Mit dem „Schützenhof“ schloss die letzte Ahrensdorfer Gastwirtschaft im Jahre 1988. Daraufhin entstand 1990 und 1991 das Dorfgemeinschaftshaus, das bis heute zentrale Anlaufstelle ist, wenn im Dorf etwas gefeiert oder organisiert werden muss.
Zum Wohlfühlfaktor der Bewohner trägt auch das Vereinsleben maßgeblich bei. Der Schützenverein und die organisierte Dorfgemeinschaft – beide werden geführt von Julia van Düllen – sorgen dafür, dass das gesellschaftliche Leben im Ort gestaltet wird. Die Jugendgruppe gestaltet Kohlfahrten und pflegt den Kinderspielplatz. Derzeit studiert sie ein Theaterstück ein. Es soll anlässlich der Feier des Dorfjubiläums aufgeführt werden.
