Toulouse/Varel/Nordenham - Der Flugzeugbauzulieferer Premium Aerotec (PAG), seit 2009 eine 100-prozentige Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungskonzerns Airbus Group (früher EADS), bleibt Bestandteil des Konzerns. „Wir halten eindeutig fest an Premium Aerotec“, sagte Günter Butschek, Airbus-Chef Deutschland und Aufsichtsratsvorsitzender von PAG, gegenüber dieser Zeitung.
Bei Premium Aerotec in Nordenham, Varel, Bremen und Augsburg sind derzeit mehr als 9000 Menschen beschäftigt. Butschek betonte, Premium Aerotec sei nicht das „Sorgenkind“ von Airbus. „Wir wollen gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft meistern“, so Butschek weiter, der für die gesamte Flugzeug-Produktion im Konzern verantwortlich ist.
Man sei dabei, Premium Aerotec auf soliden und profitablen Wachstumskurs zu bringen.
Dazu gehöre unter anderem eine größere Verschlankung der Arbeitsprozesse. In der Vergangenheit hatte es Schwierigkeiten bei der rechtzeitigen Lieferung von Flugzeugteilen gegeben, aber auch die Wirtschaftlichkeit ging nach unten. Infolge dessen tauschte Airbus Group schon zweimal den Vorstand bei Premium Aerotec aus, auch Werksleiter mussten gehen.
Angesichts der vollen Auftragsbücher wird der Mutterkonzern die Produktionsstätten der Tochter PAG auch brauchen. Insgesamt 13 895 Flugzeug-Bestellungen liegen dem Weltmarktführer Airbus derzeit vor. Doch es wird nicht nur eine Herausforderung sein, diesen Auftragsberg abzuarbeiten. Airbus will die Produktion zahlreicher Modelle hochfahren, um mehr Flugzeuge pro Monat und Jahr an die Kunden ausliefern zu können.
Allein für das neue Langstreckenflug A 350 XWB, das es in drei verschiedenen Versionen mit unterschiedlichen Sitzplatzkapazitäten geben wird, liegen derzeit 840 Bestellungen vor. Das erste Flugzeug dieser Art wird Ende des Jahres ausgeliefert.
So kann man in den Werken von Airbus und Premium Aerotec im Nordwesten wohl mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Premium Aerotec steht allerdings unter besonderer Beobachtung.
