Frankfurt - Die Zahl der Aktionäre hat in Deutschland zuletzt deutlich zugelegt. Die Börse erschien verlockend. Die Kurse sind seit einem Jahr auf dem Weg nach oben. Es gab diverse Rekorde – auch beim deutschen Leitindex Dax.
Doch Anleger wissen auch: Die Kurse können wieder fallen. Mitunter sogar tief. Aus Sorge vor nachgebenden Kursen setzen sie dann lieber auf Sparpläne statt auf Einmalanlagen. Eine Analyse zeigt aber: Das zahlt nicht immer aus.
Um diese Idee geht es: Ein langfristiger Sparplan kann es Anlegern ermöglichen, einen günstigeren Durchschnittspreis zu erzielen als eine Einmalanlage.
So funktioniert es
Das Prinzip dabei ist so: Bei fallenden Kursen wird für den jeweils gleichen Sparbeitrag günstiger nachgekauft. Beschrieben wird das oft mit dem Fachausdruck „Cost-Average-Effekt“.
Dieses Prinzip klingt zwar logisch, war in der Praxis aber in der Vergangenheit kein wirklicher Vorteil, wie eine Berechnung des Analysehauses Morningstar mit Blick auf Investments in US-Standartwerte zeigt. Die Analysten untersuchten im Zeitraum zwischen Januar 1926 und August 2019 Sparpläne über verschiedene Zeitperioden zwischen zwei und 120 Monaten und stellten diesen Einmalinvestments gegenüber.
Das Ergebnis: In 72,2 Prozent der Fälle war die Rendite von Einmalanlagen der Rendite der Sparpläne überlegen. Je länger der Zeithorizont, desto besser schlugen sich laut der Studie die Einmalanlagen. Bei den 120-Monatsperioden waren Sparpläne in weniger als zehn Prozent der Fälle einer Einmalanlage überlegen.
Die Erklärung: Am Kapitalmarkt setzen Anleger auf langfristig steigende Kurse. Vor diesem Hintergrund haben Anleger einen Vorteil, wenn sie von Anfang an von den insgesamt steigenden Kursen profitieren. Bei einem Sparplan winken Sparer „den enteilenden Kursen gewissermaßen hinterher“.
Pro Sparplan
Sind Sparpläne also generell untauglich? Nicht unbedingt, denn auch wenn sich mathematisch (und auf die Vergangenheit bezogen) kein Vorteil ableiten lässt, kann sich ein psychologischer Vorteil ergeben, erklären die Experten. Im Zweifel entscheiden sich Anleger angesichts ihrer Risikoscheu ja entweder ganz gegen ein Investment, oder aber sie steigen vorzeitig aus. „Hier könnte ein Sparplan disziplinierend wirken.“
Und: Viele Anleger haben keine großen Summen zur Verfügung, die sie auf einmal anlegen können. Mit einem Sparplan machen Anleger in diesem Fall nichts falsch.
Auch eine Einmal-Investition mit folgendem Sparplan ist denkbar. Das kommt in der Studie aber nicht vor. Ebenso wie: Einmalanlage idealerweise tief im Kurstal.
