Wüsting/Oberhausen - 1956 wurde der Landfrauenverein Wüsting ins Leben gerufen. Jetzt, 60 Jahre danach, hat der Verein als Interessenvertretung für alle Frauen aus dem ländlichen Raum nichts an Attraktivität verloren. 25 Gründungsmitglieder waren es 1956, heute zählt der Wüstinger Verein 240 Frauen, die längst nicht mehr alle aus der Landwirtschaft kommen.
Mit gut 100 Mitgliedern fand die Jubiläumsfeier mit Grillbüffet im Gasthaus Zur Krone in Oberhausen statt. Auch eine kleine Ausstellung über die Arbeit der vergangenen sechs Jahrzehnte war aufgebaut worden. Der Landfrauenchor aus Kirchhatten brachte ein Ständchen,
Man habe vor zehn Jahren groß das 50-jährige Bestehen gefeiert. Dieses Mal solle es etwas gemütlicher zugehen, sagte Vorsitzende Imka Claußen zur Begrüßung.
Kreisvorsitzende Heide Behrens rief in ihrem Grußwort dazu auf, auch weiterhin die Möglichkeit zu nutzen, ehrenamtlich den ländlichen Raum mitzugestalten. „Landfrauen bringen viele Ideen ein“, sagte dazu Bürgermeister Holger Lebedinzew, der ebenfalls gratulierte. Er verwies auf die große soziale, bildungs- und gesellschaftspolitische Bedeutung. Als äußerst positiv bezeichnete er die Altersstruktur der Wüstinger Landfrauen, denen es gut gelinge, Jüngere zu motivieren.
Die Landfrauen könnten viel bewegen. Sie seien immer mit der Zeit gegangen und zeigten sich offen für neue Entwicklungen, stellte Pastor Udo Dreyer fest.
Dass man sich immer wieder neu Gedanken machen muss, wie die Jüngeren mit ins Boot geholt werden können, ist in der Landfrauenarbeit nicht neu. Das machte ein kleines Theaterstück deutlich, in dem die Landfrauenarbeit zwanzig Jahre nach der Gründung, im Jahr 1976, und heute thematisiert wurde.
Liesel Claußen war die Idee gekommen, ein Stück zum Thema „Die Zeiten ändern sich“ zu schreiben und es gemeinsam mit Anne Emken, Helga Heinemann und Gisela Urban aufzuführen. Das Besondere: Die vier Darstellerinnen schlüpften für die Szenen aus den 70er Jahren in die Rollen ihrer Schwiegermütter, die damals im Vorstand des Landfrauenvereins aktiv waren: Amanda Claußen, Clara Emken, Irma Heinemann und Hanna Urban.
Schon vor vierzig Jahren gab es Diskussionen zwischen den Generationen. Da interessierten sich die jüngeren Frauen plötzlich nicht nur für landwirtschaftliche Themen, aber sie sprachen noch Platt. Heute sind es Internet und Smartphone und vermehrt Themen, die nicht mehr viel mit der Landwirtschaft zu tun haben. Und es wird Hochdeutsch gesprochen. Am Ende die Erkenntnis für die Landfrauenarbeit: „Wir waren immer und sind auch heute auf einem guten Weg.“
