Hatten/Huntlosen - Mit Diana hat jetzt auch die letzte von acht Büffelkühen auf der Weide der Büffelfarm Hatten in Huntlosen ihr Kalb bekommen. Damit hat Zuchtbulle Amos seine Aufgabe sehr gewissenhaft erledigt und dem Streekermoorer Züchterehepaar Rita und Peter Biel in den letzten Monaten reichlich Nachwuchs beschert. Der Bestand ist zusammen mit der sechsköpfigen Herde von Zuchtbulle Billy auf Gut Sannum auf 31 Tiere angewachsen. Zwei weitere Bullen der Farm sind zudem noch im „Außeneinsatz“ auf der Luneplate und in Leipzig.
Da der Betrieb immer noch unter Weidemangel leidet, werden an diesem Wochenende drei Kuhkälber in ein Kooperationsprojekt in den Odenwald gehen und in Kürze weitere drei Jungkühe in ein Beweidungsprojekt auf die Insel Rügen. Auch der männliche Nachwuchs aus dem Vorjahr wird die Herde verlassen müssen, er wird von einem Kooperationspartner im Raum Hannover in der Landschaftspflege eingesetzt. In die Geschlechtsreife gekommen, werden die Büffel von dort an Zuchtbetriebe in Deutschland verkauft, die an Vererbern von Amos besonders interessiert sind.
Etliche Bio-zertifizierten Betriebe haben die Nachfrage nach Wasserbüffeln stark ansteigen lassen, berichtet Büffelzüchter Biel. Deshalb werde die Büffelfarm Hatten sich jetzt einem Zertifizierungsverfahren unterziehen. „Von Anfang an hatten unsere Tiere bereits das Biosiegel, seit Gründung des eigenen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetriebes 2010 halten wir unseren Bestand zwar wie zuvor, haben ihn aber noch nicht angemeldet. Das ist aber jetzt geschehen“, erklärt Biel, der als Präsident des „Internationalen Förderverbandes zum Einsatz des Wasserbüffels als Landschaftspfleger“ (IFWL) eine hervorragende Zukunft für den Wasserbüffel im Landschafts- und Naturschutz sieht.
Über 4000 Tiere werden inzwischen in der Bundes-Statistik aufgeführt. Im Vergleich zu den Rinderzahlen ist das zwar verschwindend gering, aber der Bedarf an Wasserbüffeln wird zunehmend steigen, ist Biel überzeugt. „Weil dieser Großherbivor der einzige einsetzbare große Pflanzenfresser ist, der artgerecht in Feuchtbiotopen, Mooren und Brachen eingesetzt werden kann und anders als Rinder oder Pferde auch gerne Pflanzen wie Brennnesseln, Disteln und Schilf frisst und sogar noch Binsen effektiv verstoffwechseln kann“, erklärt der Hatter Züchter, der derzeit die 6. Internationale IFWL-Tagung seines Verbandes vorbereitet. Sie findet Ende September in Ronnenberg statt. Hierzu soll auch ein Vertreter der Niedersächsischen Landesregierung eingeladen werden, der sich dem Tier-, Landschafts- und Biotopschutz besonders verpflichtet fühlt.
