Die derzeitige Situation wird doch wohl von den Taxi-Unternehmen und der Stadt Oldenburg herunter gespielt.
Es fehlen nicht nur durch die „Pleite“ eines Anbieters einfach Kapazitäten, nicht nur zu Stoßzeiten, um Fahrgäste relativ zeitnah zu befördern.
Ich (Wir) erlebe(n) es immer wieder, dass an normalen Wochentagen (Dienstag/Mittwoch) zu erträglichen Zeiten (ca. 22 Uhr) bei der Bestellung eines Taxis Wartezeiten bis zu ein bis eineinhalb Stunden genannt werden!
Frage an die Stadtverwaltung: Warum dauert zum Beispiel die „Neu“-Konzessionserteilung so lange, wo die doch vorher schon vergeben waren?
Frage an die Taxen-Unternehmer: Fahrermangel, weil der Job nicht mehr so attraktiv sei? Wieso ist der Mindestlohn mit daran schuld? Die Tätigkeit müsste doch interessanter sein, weil „mehr“ verdient wird, oder? Oder liegt es vielleicht an etwas anderem?
„Effizienz“ soll das neue Zauberwort im Oldenburger Taxigewerbe sein. Es mutet schon ein wenig skurril an, wenn Taxiunternehmer diesen Begriff benutzen. Zumal sie seit langer Zeit jegliches Engagement für einfachere und komfortablere Nutzungsmöglichkeiten ihrer Taxis für die Fahrgäste sträflich vermissen lassen. Dieses Engagement, das doch eigentlich zur DNA eines Taxiunternehmers gehören sollte, müssen in Oldenburg regelmäßig dienstleistungsorientierte Fahrer übernehmen, die die Untätigkeit ihrer Chefs nur schwer ertragen können.
Bemerkenswert „effizient“ sind Oldenburgs Taxiunternehmer allerdings, wenn es darum geht, turnusmäßig höhere Fahrpreise zu beantragen. Und genau hier liegt die Ansatzmöglichkeit für Verwaltung und Politik.
Seit vielen Jahren zahlen Fahrgäste nachts, sonn- und feiertags im guten Glauben einen höheren Kilometerpreis, da den Angestellten gesetzliche Zulagen zustehen.
Doch welcher Fahrer kommt vollumfänglich in den „Genuss“ dieser Zulagen? Das Einfordern entsprechender Belege vor einer Fahrpreiserhöhung würde vielen Unternehmern Schweißperlen auf die Stirn treiben. Denn erst wenn alle Oldenburger Taxiunternehmer ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen würden, wären sie gezwungen, im Sinne der Kunden endlich ökonomischer zu arbeiten. Also im Rahmen einer gemeinsamen Zentrale zu kooperieren und ihren albernen persönlichen Kleinkrieg nicht mehr auf dem Rücken der Fahrgäste auszutragen.
