ALDRUP - „Mittlerweile können wir nicht mehr von Fachkräftemangel, sondern von einem Fachkräfte-Infarkt sprechen“, sagt Matthias Jantos, Qualifizierungsberater der Oldenburger Arbeitsagentur.

Seine Behörde unterstützt das Unternehmen Agrarfrost in Aldrup im Rahmen des „Wegebau“-Projektes, mit dem dringend benötigte Fachkräfte im Lebensmittelbereich gewonnen werden sollen.

Die Maßnahme ist ein Kombi-Projekt. Sieben Beschäftigte und 20 arbeitssuchende Personen werden dabei zu Maschinen- und Anlagenführer umgeschult und qualifiziert. Der praktische Teil der Schulung wird von Ausbildern des „bfw“, Unternehmen für Bildung, bei Agrarfrost geleitet. Einer davon ist Uwe Mittelstedt. Der theoretische Teil findet bei „bfw“ statt. „Eine permanente Verzahnung von Theorie und Praxis sei sehr wichtig. Zukünftige Bildungsarbeit geht nur so“, sagt Ulrich Wessels, Geschäftsstellenleiter der „bfw“-Geschäftsstelle Weser-Ems.

Die Umschulung dauert insgesamt 16 Monate. Die Beschäftigten erlangen am Ende einen IHK-Abschluss. Im Spätherbst letzten Jahres wurde bei Agrarfrost die Maßnahme gestartet. Das Projekt laufe noch bis Ende diesen Jahres, so Oswald Schröder, Personalleiter bei Agrarfrost.

Für Agrarfrost seien zwei große Themen von Bedeutung. Zum einen die Nachhaltigkeit, der Zugang zur Rohware, zum anderen die Qualifizierung von Mitarbeitern, erläutert Manfred Wulf, Geschäftsführer des Unternehmens. Ziel sei es, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und die Arbeitsmarktfähigkeit der Arbeitnehmer zu verbessern.


„Ab 2020 wird es einen großen Fachkräftebedarf geben“, sagt Berndt Wozniak, Chef der Agentur für Arbeit Oldenburg, „Aufgrund des demografischen Wandels ist es wichtig, präventiv tätig zu werden.“ Im Jahr 2009 gab es rund 400 Förderfälle. Die Arbeitsagentur Oldenburg setzte 1,6 Millionen Euro für die Weiterqualifizierung in hiesigen Unternehmen ein. Sie bietet einen Vor-Ort-Service auch in den Geschäftsstellen Delmenhorst, Brake und Bad Zwischenahn an. Auch ältere Beschäftigte könnten durch das Projekt qualifiziert werden.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland