ALDRUP - Die zeitnahe und passgenaue Qualifizierung von Mitarbeitern ist ein Megathema für die klein- und mittelständischen Unternehmen der Region. Angesichts des drohenden Facharbeitermangels komme auf die Firmen „in den nächsten 20 Jahren ein großes Problem zu“, ahnt Manfred Wulf, Geschäftsführer des heimischen Kartoffelspezialisten „Agrarfrost“. Die Qualifizierung sei daher für die Firma „eine Art Lebensversicherung“, meint Wulf.

Gemeinsam mit Agentur für Arbeit und dem Bildungsunternehmen bfw wurden über das Programm „WeGebAU“ (siehe Kasten) innerhalb von nur 16 Monaten sieben „Agrarfrost“-Mitarbeiter erfolgreich zu Maschinen- und Anlagenführern im Fachbereich Lebensmitteltechnik ausgebildet. Zusätzlich wurden 22 Arbeitslose in Aldrup erfolgreich in dem Beruf ausgebildet. Die Prüfung bei der IHK schlossen die Absolventen mit überdurchschnittlich guten Noten ab. Krzysztof Pawlikowski (44 Jahre), der zu der Gruppe der 22 Arbeitssuchenden gehört hat, wurde sogar als Prüfungsbester von der IHK ausgezeichnet. Er wurde gemeinsam mit acht weiteren Absolventen prompt übernommen, wie „Agrarfrost“-Personalleiter Oswald Schröder am Donnerstag berichtete. Auch die übrigen der 22er-Gruppe hätten mittlerweile einen festen Arbeitsplatz gefunden, so Georg Vaske, Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur Cloppenburg.

Das Programm „WeGebAU“ gibt es seit 2006. Insgesamt 2,3 Millionen Euro setzte die Arbeitsagentur Oldenburg für die Weiterqualifizierung ein, sagte Qualifizierungsberater Matthias Jantos. Er sprach von einer „klassischen Win-Win-Situation“ für alle. Auch bfw-Geschäftsstellenleiter Ulrich Wessels lobte die Kooperation. Es sei nicht selbstverständlich, dass eine Firma ihre Arbeitsstätten für ein anderes Unternehmen zur Verfügung stelle. Uwe Möller, Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur in Wildeshausen, sagte: „Gerade bei gering Qualifizierten ist ein Berufsabschluss wichtig.“ Ihr Risiko, arbeitslos zu werden, sinke so erheblich. Das Projekt habe bei den Mitarbeitern zu einem enormen Motivationsschub geführt“, berichtete „Agrarfrost“-Personalchef Schröder. Sie könnten flexibler eingesetzt werden im Betrieb, was ihre Arbeitsplätze sicherer mache. Es gelte, sich schon heute um die Fachkräfte der Zukunft zu kümmern.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent