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Von Thorsten Kuchta
Frage:
Herr Trautmann, muss ich mir den „Netzwerkpass“ als eine Art Ausweis vorstellen?
Trautmann:
(lacht) Die erste Idee war tatsächlich ein Pass aus Pappe. Inzwischen haben wir uns aber für eine Internetplattform entschieden.
Frage:
Was soll die leisten?
Trautmann:
Sie soll alle, die an der Betreuung eines Jugendlichen mitarbeiten, auf den gleichen Informationsstand bringen. Dazu gehören Kammern, Schulen, die Arbeitsagentur und die Arge, die die ALG-II-Empfänger betreut. Zurzeit sind das 636 – ein Viertel davon ohne Schulabschluss.
Frage:
Tauschen sich die Beteiligten nicht ohnehin aus?
Trautmann:
Natürlich. Aber beispielsweise werden Gespräche gleichen Inhalts mit den Jugendlichen oft noch mal geführt. Das wollen wir abschaffen – durch Austausch aller Daten.
Frage:
Wissen denn die Jugendlichen, was da so über sie im Netz steht?
Trautmann:
Natürlich. Die werden im Übrigen nur einem geschlossenen Nutzerkreis zur Verfügung stehen, zu denen auch der Jugendliche gehört. Der kann jede Veränderung verfolgen.
Frage:
Wird es bei dem Pass bleiben?
Trautmann:
Nein, wir denken weiter. Wir wollen beispielsweise auch Jugendliche erfassen, die auf Berufsbildenden Schulen in der „Warteschleife“ sind. Diese Zeit verstrich in Bezug auf die Integration in den Arbeitsmarkt bislang ungenutzt. Wir wollen in der „Warteschleife“ einen Kompetenzcheck und Teilqualifikationen für die Jugendliche anbieten. Die Arge mit ihrem Projektverantwortlichen Holger Niewint führt darüber zurzeit Gespräche mit dem Kultusministerium über einen entsprechenden Schulversuch.