Harpstedt - Sollte die Samtgemeinde Harpstedt ein Elektro-Bürgerauto anschaffen? Sollte sie Klimaschutzquartiere ausweisen – oder eine „energetische Bestandsaufnahme“ für alle kommunalen Gebäude erstellen? Beim Thema „Klimaschutz und erneuerbare Energien in der Samtgemeinde Harpstedt“ kamen am Dienstagabend im Hotel Zur Wasserburg viele Ideen aufs Tapet. Fünf Tage vor der Kommunalwahl hatten die Harpstedter Energieagentur und die LEB alle Parteien eingeladen, ihre Schwerpunkte bei einem Info-Abend zu benennen. Etwa 20 Interessierte kamen.

Die vielleicht wichtigste Botschaft des Abends: Klimaschutz hat in allen Programmen seinen Platz. Teils wurden sogar umfangreichere Konzepte vorgestellt. Hier ein (verkürzter) Überblick.

Hartmut Post (CDU) plädiert dafür, alle kommunalen Gebäude auf Energiesparpotenziale hin zu überprüfen (soweit noch nicht geschehen). „Für die Samtgemeinde interessant“ sei die Idee eines Bürgerautos, „natürlich als E-Auto“. Denkbar sei, ehrenamtlich Fahrdienste für ältere Menschen anzubieten.

Claus Przygodda (FDP) sieht die Liberalen klar hinter dem Ziel, erneuerbare Energien zu fördern. Zum Energiesparen zählt für ihn auch, sich Gedanken zu machen, ob wenig frequentierte Busse durch kleinere Fahrzeuge ersetzt werden könnten.

Sandra Hormann (HBL) regt die Bildung eines Expertenteams an, das bei Maßnahmen zum Klimaschutz beraten solle. Auch sie fordert eine Bestandsaufnahme bei den Energieverbräuchen der kommunalen Gebäude, auf dem Ergebnis solle ein Energiekonzept der Samtgemeinde fußen. Und: Strombezugsverträge der Kommune sollten auf den Prüfstand.

Horst Bokelmann (Einzelvorschlag) will Maßnahmen unterstützen, die dazu beitragen, die Samtgemeinde und ihre Bewohner unabhängiger zu machen von der Energieversorgern.


Götz Rohde (Grüne) hält ein Klima-Management für wichtig. Ziele aus dem Klimaschutzkonzept des Landkreises seien herunterzubrechen auf die Samtgemeinde. Das Beratungsangebot für Bürger hinsichtlich technischer Möglichkeiten bei der Nutzung regenerativer Energien, Finanzierung und Förderung müsse ausgebaut werden. Bei der Ausweisung neuer Baugebiete seien Klimaschutzquartiere zu schaffen, in denen Niedrig- oder Null-Energie-Technik gefördert oder gefordert werde.

Hermann Schnakenberg (SPD) hält die Energiegewinnung durch Wind und Biomasse wegen der damit verbundenen Probleme nur für eine temporäre Lösung. Der Fokus sei auf Sonnenenergie zu legen. Ziel müsse es sein, dass Menschen auch ohne finanzielle Anreize auf regenerative Energien setzen.

Schnakenberg kündigte zum Schluss der Veranstaltung einen Antrag der SPD-Fraktion an, wonach auf dem Harpstedter Marktplatz eine Lademöglichkeit für E-Autos geschaffen werden soll.