„Bürger sollen beim Marktplatz mitreden“ (NWZ  vom 19. Mai) und Online-Umfrage zur Umgestaltung des Marktplatzes auf NWZ online

Gegen Ignoranz und Denkverengung kann man nicht anschreiben Ich hatte es aufgegeben. Die Initiative der NWZ  ermutigt mich noch einmal. In einem Leserbrief vom 26. Juni 2015 hatte ich meine Grundgedanken für die Gestaltung des so genannten Marktplatzes genannt:

1. Anknüpfung an die Geschichte des Ortes durch ein „Ganterdenkmal“. Ganderkesee ist ein denkmalarmer Ort.

2. Bau einer kleinen Konzertmuschel für Musikveranstaltungen – eine Idee von Werner Lüdeke.

3. Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Jung und Alt (und nicht nur für Kinder) durch Anlage von Stationen, die physikalische Experimente ermöglichen (teilweise in Wildeshausen vorhanden). Darüber müsste man sich informieren.

Und natürlich Sitzmöglichkeiten mit Grün. Dass der Entwurf von Volker Kreye in seiner schlichten Gewöhnlichkeit Anklang bei einer Mehrheit der Ratsherren findet, ist nicht verwunderlich. Die haben uns schon den Arp-Schnitger-Parkplatz und einen unsinnigen Riesenbrunnen beschert.


Hermann Speckmann Ganderkesee

c Eigentlich ist alles gesagt. Aber noch nicht von allen (Karl Valentin). Zusammenfassend lassen sich drei Interessengruppen feststellen:

Die erste besteht aus einigen Besuchern, Kunden und Gästen, deren Aufenthalt hier relativ kurz ist und die ihre (Frei-)Zeit hier in angenehmer Umgebung verbringen wollen. Mit manchmal missionarischem Eifer vertreten sie die Schaffung von Grünanlagen und Freizeitflächen ohne Autoverkehr, obwohl sie selbst oft genug mit dem Auto im Ort unterwegs sind.

Die zweite Gruppe besteht aus den Leuten, die auch zum Einkaufen oder Restaurantbesuch auf ihr Auto nicht verzichten wollen oder können und dazu Parkplätze in der Nähe ihrer Ziele suchen. Das Auto ist nun mal das wichtigste Transportmittel – überall. Umerziehen kann man Erwachsene kaum noch.

Die dritte Gruppe besteht aus den Kaufleuten und Hausbesitzern, die oft hier seit Jahrzehnten wohnen und deren Existenz stark vom Kundenverkehr abhängt. Auch sie haben ein Interesse daran, dass sich ihre Besucher hier wohlfühlen. Aber gerade sie wissen auch, wie schwierig es ist, Menschen überhaupt in den Ort zu locken. Ohne Parkplätze in Geschäftsnähe wird vielen die Grundlage entzogen. Sie spüren ein verringertes Kundenaufkommen eher als alle anderen. (...)

Eigentlich ist man auf den letzten Sitzungen im Rathaus gar nicht mehr weit davon entfernt gewesen, einen für alle Gruppen tragbaren Kompromiss zu erarbeiten.

Jürgen Stolle Ganderkesee

c In der Online-Umfrage ist die Frage „Sollen auf dem Marktplatz im Ortskern Ganderkesee ausreichend Parkplätze vorgehalten werden?“ falsch gestellt. Es müsste heißen: „Wollen Sie, dass der Marktplatz im Ortskern Ganderkesee ein Parkplatz wird oder wünschen Sie sich einen zentralen Ort, der zum Verweilen einlädt?“

In allen Diskussionen geht es nur um Autos und mögliche Kunden für die Geschäfte in der Rathausstraße und niemals darum, welche Funktion ein Platz mitten im Ort für die Bevölkerung haben könnte.

Schade!

Ilse Lorenz Ganderkesee