Neuenwege - Hochwasser und Überflutungen – für Hans Behrens sind solche Katastrophen nicht nur Bilder in den Medien. Der 86-Jährige kann nachempfinden, was die Menschen entlang der Elbe erleben. „1962 stand in Oldenburg das Wasser bis zum Bahnhof, die Niederungen von Oldenburg und Tweelbäke waren überschwemmt. Am Grenzweg haben wir Sandsäcke verlegt“, erinnert er sich.
Behrens hielt seine Rückschau am Freitag als Festvortrag bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Unterhaltungsverbandes Wüsting, die vor geladenen Gästen in der Betriebshalle am Deichweg in Neuenwege stattfand. „Vor Überflutungen sind wir hier sicher“, sagte Verbandsvorsteher Günther Lütje. Dass das nicht immer so war, machten die Erinnerungen seines Vorgängers deutlich. Hans Behrens war 1963 zum ersten Vorsteher des Wasser- und Bodenverbandes ernannt worden. Bis 1997 hatte der ehemalige Präsident der Landwirtschaftskammer Weser-Ems dieses Amt inne gehabt. Von Behrens’ Arbeit profitiere man heute noch, lobte Lütje.
Unter Hinweis auf Bürgerproteste, die in den aktuell überfluteten Gebieten in Ostdeutschland effektivere Sicherungsmaßnahmen verhindert haben, forderte Behrens, Hochwasserschutz müsse Vorrang vor Naturschutz haben: „Wasser muss und will geführt werden.“ Der ehemalige Verbandsvorsteher erklärte, wie im Gebiet des Unterhaltungsverbandes Wüsting Wassermassen durch Rückhaltebecken, Polder und Deiche sowie durch regulierte Wasserläufe wie die Tweelbäke, den Hemmelsbäker oder Drielaker Kanal gelenkt werden. Dieter Hahn, Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg, betonte, dass diese Maßnahmen dazu geführt haben, dass die Verbandsmitglieder „keine Angst vor nassen Füßen“ haben müssen. Hahn lobte die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Kreisverwaltung als Aufsichtsbehörde und dem Wasser- und Bodenverband.
Auf die aktuelle Lage in den Hochwasserregionen und künftige Anstrengungen im Binnen-Hochwasserschutz ging Godehard Hennies als Geschäftsführer des Wasserbandstages Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt ein. Er zeigte sich „sehr froh, dass Niedersachsen mit einem blauen Auge davonkommt.“
