Ovelgönne - Einen deutlichen Bedarf im Bereich der Gesundheitssportangebote hat die vom Kreissportbund Wesermarsch in Auftrag gegebene Sportentwicklungsplanung für die Gemeinde Ovelgönne ergeben. Sportwissenschaftler Dr. Arne Göring aus Göttingen stellte die Expertise jetzt im „König von Griechenland“ in Ovelgönne vor.
Die im Beteiligungsverfahren entwickelte Idee eines offenen Gesundheitssportzentrums, in dem gewerbliche Physiotherapeuten und Sportvereine zusammenarbeiten, bezeichnet der Sportwissenschaftler als einen „besonders kreativen Beitrag zur Sportentwicklung“. Göring rät den Verantwortlichen von Gemeinde und organisiertem Sport, die Idee auf Umsetzbarkeit zu prüfen.
Kreativer Beitrag
Kay Blankenstein aus der Gemeindeverwaltung konnte im Beisein von Vertretern des SC Ovelgönne, Großenmeerer TV, Oldenbroker TV, SV Ovelgönne und des Klootschießerkreises II bereits erste Erfolge vermelden: Der Landessportbund bezuschusst mit 80 Prozent den im Entwicklungsplanungs-Prozess angedachten gemeinsamen Internetauftritt der Sportvereine. Auch die empfohlene Anerkennungskultur für Ehrenamtler wird umgesetzt.
Blankenstein kündigte einen „Tag der Ehrenamtlichen“ in der Gemeinde an. Ferner verwies er darauf, dass auch die bevorstehende Fusion der Fußballvereine SC Ovelgönne und der SG Neustadt/Oldenbrok ein Schritt auf dem Weg zu dem angeregten übergreifenden Großsportverein Ovelgönne sein könnte.
Ein sinnvoller Einstieg in die Verbesserung der Kooperationsstrukturen der Vereine untereinander und mit der Gemeinde ist nach Ansicht von Göring die Einstellung eines FSJler, also eines jungen Menschen, der ein einjähriges Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Die Voraussetzungen für eine Vereinsfusion sind nach den Feststellungen des Sportwissenschaftlers positiv, da es geringe Konkurrenzsituationen zwischen den Vereinen, ein hohes persönliches Engagement und eine gute Interaktionsgemeinschaft gebe.
Obwohl die Sportstättensituation in Relation zur Einwohnerzahl als noch angemessen zu bezeichnen sei, regt der Entwicklungsplan die Suche nach alternativen Sporträumen an, in denen Fitness- und Gesundheitssport ausgeübt werden könne. Denn diese Angebote würden in Folge des demografischen Wandels immer stärker nachgefragt. „Für diesen Sport braucht es keine normierten Sporthallen“, lenkt Göring die Aufmerksamkeit zum Beispiel auf Räumlichkeiten in Schulen, Kindergärten und in den Kirchengemeinden.
Vier Standorte erhalten
Stellvertretender Bürgermeister Dieter Kohlmann betonte die Einigkeit im Rat, auch künftig – trotz der Mahnungen der Kommunalaufsicht – an jeweils einer Turnhalle in den vier Hauptorten festzuhalten. Er dankte dem KSB dafür, die Sportentwicklungsplanung angeschoben zu haben. Kay Blankenstein versprach, dass der Plan in der Verwaltung schon deshalb „nicht verstauben wird, weil Arne Göring so viel Herzblut hineingesteckt hat“.
