Pfullendorf - Der angeschlagene Küchenhersteller Alno (Pfullendorf/Baden Württemberg) schlägt nach dem Einstieg seines neuen Großaktionärs Tahoe einen weiteren Sparkurs ein. Durch den Wegfall von 350 (davon in Deutschland: 250) Stellen in der Verwaltung soll bereits dieses Jahr ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden, teilte das Unternehmen jetzt mit.

Damit werde schon 2017 ein deutlich positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ausgewiesen. Konzernweit hat Alno 2100 Mitarbeiter. Sie wurden am Freitag informiert.

„Jetzt ist die Katze aus dem Sack“, sagte Michael Föst von der Gewerkschaft IG Metall Albstadt. „Die Beschäftigten müssen die Suppe auslöffeln, die der Vorstand verursacht hat.“ Die Probleme seien hausgemacht. „Der Küchenmarkt wächst, und Alno wächst nicht.“

In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen schon mehrfach Stellen gestrichen – erst 2016 fielen 100 Arbeitsplätze weg.


Alno hatte bereits 2015 die Marke Impuls-Küchen verkauft. Zuletzt bereitete aber die Schweizer Tochter AFP Sorgen. Alno hatte den Hersteller von Piatti-Küchen im Jahr 2014 übernommen und die Produktion nach Pfullendorf verlagert, worauf die Schweizer Kunden mit Zurückhaltung reagierten.

Alno kämpft seit dem Börsengang 1995 mit Problemen – bis auf wenige Ausnahmen gab es jedes Jahr Verluste. Ob es 2016 Gewinn gab, ist offen.

Finanziell sah es zuletzt nicht rosig aus. Im jüngsten Halbjahresbericht wies Alno lediglich 2,7 Millionen Euro liquide Mittel aus. Die langfristigen Schulden beliefen sich auf 180 Millionen Euro.

Zuletzt setzte der Küchenhersteller Hoffnungen auf neue Investoren. Zu Jahresbeginn hatte der Investor Tahoe, hinter dem die bosnische Unternehmerfamilie Hastor steht, die Mehrheit der Anteile übernommen.