Jever - „Viele suchten sich ihre neue Heimat selbst“: Unter dieser Überschrift referiert Dr. Bernhard Parisius (Aurich) am Donnerstag, 14. April, im Schlossmuseum Jever über die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen im Nordwesten Niedersachsens 1945 bis 1960. Beginn ist um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Mitglieder haben freien Eintritt.

In der Diskussion, wie viele Flüchtlinge Deutschland aufnehmen kann, spielen die Erfahrungen, die bei der Aufnahme von 12 Millionen Vertriebenen aus den Ostgebieten gemacht wurden, kaum eine Rolle.

Das ist umso erstaunlicher, weil ihre Integration mittlerweile einhellig als erfolgreich und als größte Leistung der Bundesrepublik gilt. Parisius spricht über die Aufnahme von mehr als 360 000 Flüchtlingen und Vertriebenen im Weser-Ems-Gebiet zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Fall der Mauer. Gefragt wird, wie Einheimische und Flüchtlinge die Lage einschätzten, welche Hilfen die Flüchtlinge erhielten, wie sie sich selbst halfen und wie lange der Integrationsprozess dauert(e).

Der Vortrag basiert auf Interviews mit Flüchtlingen und Vertriebenen. Aus ihren Erinnerungen wird deutlich, dass sich vor allem den Jüngeren bald Wahlmöglichkeiten boten. Viele, die in entlegenen Flecken untergebracht waren, strebten in größere Städte, manchen gelang es, sich auf dem Land eine Existenz zu schaffen. Warum sie im Nordwesten blieben und wie sie Städte und Umland prägten, sind weitere Fragen des Vortrags.