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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Als Deutschland aus vier fünf machte

29.06.2013

Bonn Alte PLZ adé! Es war eine gewagte Reform, die die Bundespost vor 20 Jahren durchsetzte. In Deutschland sollten zum 1. Juli 1993 fünfstellige Postleitzahlen eingeführt werden. Und es kam, was kommen musste: Der erzwungene Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten entfachte einen Sturm der Entrüstung. Rolf, die überdimensionale Werbefigur aus fünf Fingern, war schwer beschäftigt: „Hipp, hipp, das ist modern“, rappte er in den Medien: „Fünf ist Trümpf“!

Doch die Skepsis blieb groß. „Wie nur soll ich mir meine neue Postleitzahl merken?“, fragten sich viele Leute vor der Einführung. Wie schnell würden Unternehmen ihre riesigen Adressdateien auf den neuesten Stand bekommen, und was würde die Umstellung kosten?

Ziel der Reform war die Erleichterung der Postzustellung in West und Ost. Denn die war im Zuge der Wiedervereinigung völlig ineffizient geworden. In Nachbarländern gab es längst fünf- oder gar sechsstellige Postleitzahlen, warum nicht auch hier? Die Wiedervereinigung bot der Post den willkommenen Anlass: Gut 800 Orte in West und Ost hatten die gleichen Ziffern – etwa Bonn und Weimar oder Hannover und Magdeburg. Zur Unterscheidung musste diesen Ziffern damals ein W bzw. O vorangestellt werden.

Das fünfstellige System, so hofften seine Erfinder, schuf nun Klarheit: Die ersten beiden Ziffern der neuen PLZ stehen für die genaue geografische Zuordnung. Die drei folgenden Zahlen zeigen an, wo der Empfänger wohnt, ob es sich um einen Großkunden oder ein Postfach handelt.

Der damalige Post-Chef Klaus Zumwinkel hielt Kritikern entgegen: „Das neue System wird für die Kunden einfacher, übersichtlicher und verwechselungssicher, der Postbetrieb wird zuverlässiger, rationeller und schneller“.

Heute sind in Deutschland laut der Post 28 684 Postleitzahlen vergeben, gut 8000 für Orte, 16 500 für Postfächer und 3100 für Großkunden. Tatsächlich werden die Postleitzahlen inzwischen wie selbstverständlich hingenommen. Ohnehin erinnern sich heute wohl 15 Millionen Menschen nicht mehr an den Zank von damals und die Werbefigur Rolf. Sie waren damals noch gar nicht geboren.

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