Eversten - Das Jahr 1924 spielt in der Geschichte von Eversten eine wichtige Rolle: Vor 90 Jahren wurde es von der Stadt Oldenburg eingemeindet. Die Entwicklung kann weit zurückverfolgt werden: Eversten entwickelte sich etwa seit 1700 aus Ansiedlungen von „Kötnern“ und „Brinksitzern“, also verschiedenen Arten von Landwirten, die sich ihre kleinen Ländereien aus kultivierten Moorflächen erarbeiteten. Nachdem mehrere Versuche der Eingemeindung von Eversten durch die Stadt Oldenburg aus den verschiedensten Gründen scheiterten, änderte sich dies nach dem Ersten Weltkrieg. Darüber schreibt Georg Bredehorn zum Beispiel in der Chronik „Eversten – von 1200 bis ins 20. Jahrhundert“: „Die Interessen und die wirtschaftliche und auch die politische Lage hatten sich nach dem verloren gegangenen Krieg völlig verändert.“ Dies habe besonders in den bereits städtisch orientierten Randgebieten der Gemeinde zu einer geänderten Einstellung geführt, heißt es weiter. „Man hatte wohl erkannt, dass ohne die Stadt eine fühlbare Verbesserung, insbesondere der Infrastruktur wegen der geringen Steuerkraft der Gemeinde in absehbarer Zeit kaum zu verwirklichen war.“ Aber auch die Stadt hatte großes Interesse an der Eingemeindung des ländlichen Umlandes: „Sie sah dort günstiges Bauland für ihre Bürger“, schrieb Bredehorn.

So kam es im September 1923 zu einem ersten Vertrag über eine Vereinigung von Eversten mit Oldenburg. In dieser Vereinbarung begannen Everstens Grenzen bereits bei der Küstenkanalbrücke in Klein Scharrel und beinhalteten auch Friedrichsfehn, Wildenloh und Petersfehn.

Das stieß auch im Oldenburgischen Landtag – der den Grenzveränderungen letztlich hätte zustimmen müssen – auf Ablehnung. Wäre es zu dieser Eingemeindung gekommen, wäre Oldenburg 1924 nach Berlin, Rostock und Frankfurt am Main flächenmäßig die viertgrößte Stadt in Deutschland geworden.

Nachdem Einwendungen berücksichtigt wurden, wurde am 19. Juni 1924 das Gesetz zur Vereinigung eines Teils der Gemeinde Eversten mit der Stadtgemeinde Oldenburg im Landtag verabschiedet. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Eversten stetig zu einem begehrten Wohngebiet.